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Demonstranten fordern Aufklärung von Romero-Mord

Funes hatte im Wahlkampf eine Aufarbeitung des Falles versprochen.

San Salvador.Mehrere hundert Demonstranten in El Salvador haben Medienberichten zufolge am Donnerstag (Ortszeit) für die Aufklärung des Mordes an Erzbischof Oscar Arnulfo Romero (1917-1980) teilgenommen. Der Protestmarsch erinnerte Staatspräsident Mauricio Funes an die entsprechenden Forderungen der Menschenrechtskommission der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS). "Wir verlangen vom Präsidenten, dass die Regierung für Gerechtigkeit im Fall von Erzbischof Romero sorgt", zitiert die Tageszeitung "La Hora" Adelaida de Estrada von der Romero-Stiftung.

Der linksgerichtete Präsident Funes hatte am 1. Juni sein Amt angetreten und damit die 20 Jahre dauernde Regierungszeit der konservativen ARENA-Partei beendet. ARENA setzte 1993 eine umstrittene Generalamnestie für alle Verbrechen im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg durch, die vor 1992 begangen wurden. Die Menschenrechtskommission der OAS hatte unter anderem empfohlen, diese Generalamnestie zu überprüfen. Funes hatte im Wahlkampf unter anderem eine Aufarbeitung des Falles versprochen.

Der sozial engagierte Romero, Erzbischof der salvadorianischen Hauptstadt, war am 24. März 1980 während einer Messe am Altar erschossen worden. Der Mord war Auftakt zu einem jahrelangen Bürgerkrieg in dem mittelamerikanischen Land. Die Hintergründe der Tat sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt; die mutmaßlichen Drahtzieher wurden nicht verurteilt. Papst Johannes Paul II. (1978-2005) besuchte 1996 bei seinem Besuch in dem zentralamerikanischen Land das Grab des Erzbischofs in der Kathedrale von San Salvador.

Text: kna