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Demonstranten brennen Chavez-Statue nieder

Venezuela, Maduro, Krise

In Venezuela herrscht seit Jahren eine Versorgungskrise, die Menschen sind arm und haben Hunger. (Symbolfoto: Adveniat/Marco Antonio Bello)

In Venezuelas Hauptstadt Caracas ist es am Dienstag, dem 22. Januar 2019, zu gewalttätigen Protesten gekommen. Vor allem die Menschen in den Arbeitervierteln sind gegen die Regierung Maduros auf die Straße gegangen. Unbekannte brannten eine Statue des 2013 verstorbenen Revolutionsführers Hugo Chavez in San Félix nieder. Die Skulptur war im Juli 2018 von der sozialistischen Regierung unter Präsident Nicolas Maduro zu Erinnerung an Chavez aufgestellt worden. Für den heutigen Mittwoch hat die Opposition zu landesweiten Protesten aufgerufen. Anlass ist der 61. Jahrestag des Sturzes von Ex-Diktator Marcos Perez Jimenez, der am 23. Januar 1958 ins Exil in die USA ging. Die Proteste wären die ersten großen Demonstrationen gegen die Maduro-Regierung seit 2017. Auch die Regierung will ihre Anhänger mobilisieren. Die venezolanischen Bischöfe riefen in ihrer Verlautbarung die Streit- und Sicherheitskräfte dazu auf, die Bürger bei der Einforderung ihrer Rechte zu schützen und vor der Gewalt der anarchistischen Gruppen zu verteidigen. Die Bischöfe riefen die Soldaten dazu auf ihren Gewissen als Venezolaner zu folgen. "Der Wert des Lebens und der Freiheit sind nicht zu disktutieren, nicht verhandelbar", sagten die Bischöfe.   

Venezuela wird seit Jahren von einer heftigen innenpolitischen Krise erschüttert. 2014, im Jahr nach dem Krebstod von Revolutionsführer Chavez und dem umstrittenen Wahlsieg von Maduro, begannen die Proteste im ganzen Land. Später kam es zum einem Massenexodus. Am 5. Januar 2019 ist der neue Präsident des Parlament Juan Guaidó vereidigt worden - seitdem keimt im Land wieder Hoffnung auf. Bislang haben rund drei Millionen Venezolaner ihre Heimat verlassen - wegen der anhaltenden Versorgungskrise, der hohen Kriminalitätsrate, der grassierenden Inflation und der staatlichen Repression. Das von Maduro entmachtete und durch eine Verfassunggebende Versammlung ersetzte Parlament - die Nationalversammlung - ist zahnlos, der klare Wahlsieg der Opposition von 2015 inzwischen politisch wertlos. (KNA, aw)

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