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Demografischer Wandel verstärkt Armut im Alter

Genauso wie Deutschland sieht sich auch Lateinamerika durch die steigende Alterung der Gesellschaft neuen Herausforderungen ausgesetzt. Die soziale Absicherung durch eine Rente ist bei den Wenigsten gewährleistet. Nur vier von zehn der älter als 60-Jährigen könnten überhaupt Pensionsansprüche geltend machen, schreibt die spanische Tageszeitung El Pais.

Diese Schwierigkeiten in der Altersversorgung werden sich laut einer Studie der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) in den kommenden Jahren noch massiv verstärken. Derzeit sind 58 Millionen Personen älter als 60 Jahre, in 2050 wird sich diese Zahl verdreifacht haben.

25 Prozent der lateinamerikanischen Frauen haben kein eigenes Einkommen

Die Wenigen, die in Lateinamerika eine Rente bekommen, gehören meistens zu den Reicheren, die Zugang zu gutbezahlten Jobs hatten. Von den ungelernten Arbeitskräften sind weniger 53 Prozent sozial abgesichert. Den illegal Beschäftigten mangelt es nach ihrem Berufsaustritt nicht nur an der Rente, sondern auch an einer Krankenversicherung für sich und ihre Familie.

Viele über 60-Jährige müssen daher noch bis ins hohe Alter arbeiten. Andere sind von ihren Kindern abhängig. 25 Prozent der älteren lateinamerikanischen Frauen besitzen kein eigenes Einkommen und 10% der Männer sind in der gleichen Situation, vor allem in Ecuador, El Salvador, Mexico und Paraguay.

„Hinzu kommt, dass die Lebenshaltungskosten schneller steigen als die Renten“, sagte der Präsident der Zentrale der lateinamerikanischen und karibischen Rentner, José Gómez Cerda. 85 Prozent der über 60-Jährigen bekommen eine Mindestrente von 318 Euro, sodass sie weiterhin arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die CEPAL setzt sich für eine umfassende Einführung beitragsfreier Renten ein. (ml)