Kolumbien |

Debatte um Tötung von Ex-Rebellen durch Armee

Militär, Duque, FARC

Soldaten auf dem Platz vor der Kirche„Voto Nacional“ im Süden von Bogota. (Symbolfoto: Adveniat/Jürgen Escher)
 

In Kolumbien hat die Armee die Verantwortung für die Ermordung eines ehemaligen Mitgliedes der inzwischen demobilisierten FARC-Guerilla übernommen. Das Opfer wurde vor einigen Tagen in Convencion in der nordöstlichen Provinz Norte de Santander getötet. General Luis Villegas Munoz sagte der Tageszeitung "El Espectador" (Montag), das Opfer sei von Armeeangehörigen getötet worden, deshalb sei es die Aufgabe des Kommandanten, in dieser Angelegenheit Gesicht zu zeigen.

Der Fall hat inzwischen eine politische Debatte ausgelöst, in deren Zentrum Verteidigungsminister Guillermo Botero steht. Die Opposition fordert eine bessere politische Kontrolle des Militärs. Botero habe versucht, eine außergerichtliche Hinrichtung zu decken, kritisierte Senatorin Angelica Lozano von der "Grünen Allianz". Im September 2016 hatte die Regierung von Präsident Juan Manuel Santos ein Friedensabkommen mit der Rebellenorganisation FARC geschlossen. Es beendete den mehr als 50 Jahre andauernden Bürgerkrieg. Für seinen Einsatz im Friedensprozess erhielt Santos Ende 2016 den Friedensnobelpreis. Die entwaffnete FARC sitzt inzwischen als politische Partei im Parlament. Seit Unterzeichnung des Friedensabkommens wurden bereits über 100 ehemalige FARC-Mitglieder getötet. (KNA)
 

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