Haiti |

Debatte um den Bergbau

Die Debatte um Chancen und Risiken des Bergbaus, die in den meisten Ländern Lateinamerikas geführt wird, hat jetzt auch Haiti erreicht. Experten schätzen, dass das geschundene Land über Vorkommen an Gold, Silber und Kupfer in einem Wert von 20 Milliarden Dollar verfügt. Nach derzeitiger Lage käme Haiti allerdings hiervon nur wenig zugute, denn das aktuelle Bergbaugesetz verlangt von Unternehmen die Zahlung von lediglich 2,5 Prozent an Lizenzgebühren. Außerdem stellt sich die Frage, wie der Staat den Abbau kontrollieren könnte, denn der Bergbau ist stets mit Umweltschäden, wie zum Beispiel der Verunreinigung des Wassers, verbunden.

Verhandlungen nur auf Augenhöhe

Am 20. Februar hatte Haitis Senat entschieden, die Erkundung und Ausbeutung von Rohstoffen im Land bis auf Weiteres einzustellen. In der Erklärung hieß es, die Rohstoffe Haitis würden seit dem 15. Jahrhundert geplündert. Verhandlungen müssten endlich auf Augenhöhe geführt werden. Senator Andris Riche rief dazu auf, sich nicht auf zweifelhafte Verträge mit Bergbauunternehmen zum Nachteil Haitis einzulassen. Dieuseul Anglade, früher langjähriger Direktor der Bergbaubehörde, schlug vor, den Abbau von Rohstoffen der kommenden Generation zu überlassen. Sie werde dies zu besseren Konditionen als den derzeitigen tun können. (bs)