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Cusco: Kulturreferent tritt nach rassistischer Äußerung zurück

Nachdem der Leiter des Referats Tourismus, Kultur, Bildung und Umwelt, Martín Romero, die indigene Sprache Quechua vergangene Woche bei einer Diskussionsveranstaltung als einen “Krebs“ bezeichnet hat, der das abstrakte Denken behindere, ist er diese Woche von seinem Amt zurücktreten. Dies gab der Bürgermeister von Cusco bekannt.

Romero hatte seine in einem Video dokumentierten Ausführungen als Podiumsgast während des III. Landesweiten Kulturtreffens am vergangenen 10. August in Cusco gemacht, wie die Nachrichtenagentur Servindi berichtet. Bei einer Diskussion über Politik und Kulturmanagement für Entwicklung hatte Romero zunächst erklärt, der interkulturelle Bildungsansatz sei gescheitert und zu einem Ort des Fundamentalismus und des umgekehrten Rassismus verkommen. „Wenn man anfangs kritisierte, dass der Westen rassistisch sei, so gibt es jetzt Fundamentalisten, die eben diesen Diskurs aufnehmen.“

„Ein Krebs für das abstrakte Denken“

Dies sei gefährlich, weil man in der Bildung das abstrakte Denken schulen müsse, so Romero weiter. „Ob es uns gefällt oder nicht, man muss sagen, dass Quechua eine enorme Gefahr darstellt, einen Krebs für das abstrakte Denken. Es blockiert einem das abstrakte Denken.“ Dies sei seine persönliche Ansicht, die wohl nicht jeder teile, so der Referent weiter.

In einem Interview mit der peruanischen Tageszeitung “La República“ hatte Romero später zunächst behauptet, seine Äußerungen seien aus dem Kontext gerissen dargestellt worden. Als er diesen Kontext jedoch nicht aufzeigen konnte, gab er gegenüber dem Blatt seinen Fehler zu. Bei seinem Rücktritt hatte er sich auch bei der als Touristenmagnet bekannten Stadt Cusco für den Schaden entschuldigt, der durch seine Äußerungen entstanden sei.

Kulturministerium kritisiert Äußerungen als „inakzeptabel“

Der Rat der Provinz Cusco distanzierte sich in einer Stellungnahme von den Äußerungen Romeros und „bekräftigt seine Entscheidung, Quechua als Symbol und Essenz kultureller Identität des antiken Imperiums des Tawantinsuyo, dessen Wiege Cusco und Peru gewesen sind, zu respektieren und zu schützen“, so das Kommunique.

Das peruanische Kulturministerium kritisierte Romeros Ausführungen in einer Erklärung als „inakzeptabel“. Sie stellten einen Angriff auf die Würde und die kulturelle und sprachliche Vielfalt des Landes dar und zeugten von Vorurteilen. Das Ministerium mahnte außerdem die Behörden an dafür zu sorgen, Funktionäre auszuwählen, welche die kulturelle Vielfalt respektieren. (bh)