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Costa Rica: Fußball-Liga nimmt Spielbetrieb wieder auf

Nachdem wegen der Corona-Pandemie zwei Monate lang keine Spiele stattfanden, rollte in Costa Ricas Fußball-Liga an diesem Dienstag als erster in Lateinamerika wieder der Ball. 

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Während der Corona-Pandemie finden in Costa Rica die Fußballspiele in den Stadien vor leeren Rängen statt. Symbolbild (Fortaleza, Brasilien): Adveniat/Bastian Bernhardt

Wie in der Bundesliga gelten auch in Costa Rica strenge Hygieneregeln. Das mittelamerikanische Land wurde von der Corona-Pandemie vergleichsweise wenig getroffen, die Sterblichkeit war gering.  Am Dienstag legte die Liga nun wieder los mit den Partien Guadalupe - Limón und Cartaginés - Alajuelense. Zwar rollt in Costa Rica als erstem Land Lateinamerikas wieder der Ball. Im benachbarten Nicaragua allerdings ruhte er gar nicht.

Spucken untersagt

Wie in Deutschland werden die Spiele in Costa Rica ohne Publikum stattfinden. Nur ein kleiner Personenkreis findet Zugang zu den Stadien, darunter medizinisches Personal. Ausschließlich Medienvertreter von Radio und Fernsehen sind zugelassen, und auch nicht mit dem üblichen großen Equipment. Umarmungen der Spieler untereinander nach Toren sollen unterbleiben. Auch auf den Boden spucken, ist verboten. 

Die wenigen Personen, die das Stadion betreten dürfen, müssen laut Beschluss des costaricanischen Fußballverbandes ihre Temperatur messen lassen, Mundschutz ist Pflicht. Der Ball wird vor Spielbeginn und in der Halbzeit desinfiziert. Die 12 Mannschaften der ersten Liga hatten erst am vergangenen Freitag wieder das kollektive Training aufgenommen. Bis dahin war in Kleingruppen trainiert worden, um Kontakte zu minimieren. 

Kritiker fordert Pause, bis es einen Impfstoff gibt

Der Argentinier Andrés Carevic, Trainer von Alajuelense, einem der beliebtesten Vereine in Costa Rica, zeigt sich zufrieden mit den Maßnahmen, die im Land gegen die Pandemie ergriffen wurden. Nun aber sei es wichtig, wieder spielen zu können – und das auch noch als erste Liga in Lateinamerika. Der Sporthistoriker Rodrigo Calvo dagegen kritisiert den Neustart. Es sei keine gute Zeit, wieder Fußball zu spielen, und zwar nirgendwo auf der Welt. Man sollte besser warten, bis es einen Impfstoff gegen das Coronavirus gebe. 

Doch auch in Costa Rica spüren die Fußballvereine einen starken finanziellen Druck, vielen von ihnen droht die Pleite. Rodrigo Calvo hält dem die großen gesundheitlichen Risiken entgegen, die der Kontaktsport Fußball berge. Liga-Präsident Julián Solano findet die Wiederaufnahme des Spielbetriebs vertretbar, sei die Pandemie in Costa Rica doch unter Kontrolle. Der Fußball nehme auch keineswegs eine Sonderrolle ein, denn die Regierung habe auch andere Aktivitäten wieder zugelassen.

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