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Corona-Virus für indigene Völker besonders gefährlich

Indigene Pataxó Brasilien

Indigende Familie im Dorf der Pataxó und Pataxó ha-ha-hae Nao Xoha in Minas Gerais, Brasilien. Foto: Adveniat/Florian Kopp

Die durch das Corona-Virus verursachte COVID-19-Erkrankung ist für die indigenen Völker in Lateinamerika besonders gefährlich. "Die Situation der indigenen Völker durch ansteckende Infektionskrankheiten ist aufgrund der mangelhaften Gesundheitsversorgung sehr schwierig; das Corona-Virus wird diese Situation noch verschlimmern", zitiert das Medienportal Mongabay Latam die peruanische Anthropologin Beatriz Huerta. Indigenenverbände in Peru forderten zuletzt die Absperrung von Indigenen-Schutzgebieten.

"Wie werden sie COVID-19 aushalten?", sorgt sich die Gesundheitsexpertin Huerta. Zudem gebe es überdurchschnittlich viele Indigene, die an Blutarmut litten, die das Immunsystem beeinträchtige und sie für Infektionskrankheiten besonders anfällig mache. Bei Bewohnern indigener Gemeinden in Lateinamerika sei die Verbreitung anderer Infektionskrankheiten wie Hepatitis B, Tuberkulose, Malaria oder Dengue überproportional hoch. Laut der Vereinten Nationen würden zudem über 50 Prozent der Indigenen über 35 Jahren an Diabetis Typ 2 leiden, womit sie zur Corona-Risiskogruppe zählen.

Wegen der großen Armut, in der die Mehrheit der indigenen Völker Lateinamerikas lebt, sei auch ohne Corona-Pandemie die Sterblichkeitsrate von Müttern und Kindern deutlich höher als bei der restlichen Bevölkerung, informiert der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen. "Die indigenen Völker haben eine deutlich prekärere Gesundheit, höhere Wahrscheinlichkeit auf ein Leben mit Behinderung und eine geringere Lebenserwartung als die Mitglieder anderer Völker", so die UN. Beim Ausbruch des H1N1-Virus, der Schweinegrippe, in Nordamerika und Australien sei die Sterblichkeitsrate bei Indigenen "drei bis sieben Mal so hoch wie bei Nicht-Indigenen gewesen", warnt Huerta. (bb)