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Conga: Gegner des Bergbauprojekts wollen Lagunen besetzen

Gestern Nachmittag haben sich mehrere hundert Gegner des umstrittenen Bergbauprojekts Conga nach einem Protestmarsch an der Lagune „El Perol“ niedergelassen. Sie wollen mit ihrer friedlichen Besetzung die Wasserquellen schützen, die ihrer Ansicht nach durch das Bergbauprojekt bedroht sind.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Servindi werde mit dieser friedlichen Besetzung mit Mitgliedern der lokalen Bauernkomitees aus den Distrikten Bambamarca, Huasmín, Sorochuco und den Provinzen Celendín und Cajamarca eine Übereinkunft der Generalversammlung lokaler Bewohner vom 22. März umgesetzt, die den Schutz des Wassers vorsah.

Die Bewohner der Region Cajamarca protestieren 2011 gegen die geplante Goldmine Conga, von der sich die peruanische Regierung einen Gewinn in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar erhofft. Die betroffene Bevölkerung fürchtet um ihre Trinkwasserversorgung und das für die Landwirtschaft benötigte Wasser, da mehrere Seen in dem Gebiet trockengelegt bzw. umgesetzt werden müssten. Umweltexperten gehen außerdem von weit reichenden Umweltschäden durch das im Goldabbau verwendete hochgiftige Zyanid aus.

Ausschreitungen befürchtet

Der Polizeichef des Departements Cajamarca, General Jorge Gutiérrez Senisse, erklärte gestern gegenüber Pressevertretern, der Protestmarsch habe rund 450 Teilnehmer und werde von 350 Polizeibeamten begleitet, die die öffentliche Sicherheit gewährleisten sollten. Laut Servindi seien die Demonstranten während des Protestmarsches von den Sicherheitskräften bedroht worden. Ein Journalist vor Ort befürchtet Ausschreitungen und schätzte die Zahl der Teilnehmer auf mehrere Tausend.

Die Regionalregierung von Cajamarca, die sich ebenfalls gegen das Bergbauprojekt stemmt, wollte gegenüber Pressevertretern keine weiteren Angaben zu weiteren geplanten Protesten machen, da das Innenministerium immer wieder mit Anzeigen reagiere. Vizepräsident César Aliaga Díaz gab jedoch bekannt, die Regionalregierung habe die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) gebeten, bei der Klage gegen das Bergbauprojekt Conga als Nebenkläger akzeptiert zu werden.

Dabei kam es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten, bei denen mehrere Menschen ums Leben starben. Wiederholt hatte die Regierung den Ausnahmezustand ausgerufen. (bh)