Chile |

Codelco schließt Kupfermine

Das chilenische Bergbauunternehmen Codelco hat am Ostersamstag seine produktivste Kupfermine vorerst geschlossen. Damit reagierte der Staatskonzern auf seit mehreren Tagen andauernde Proteste, die die Arbeiten in der Mine lahm gelegt hatten. Die Arbeiter der Mine Radomiro Timoc im Norden des südamerikanischen Landes blockierten seit Ende vergangener Woche den Zugang zu der Mine. Sie machen das Unternehmen für den Tod eines ihrer Kollegen verantwortlich und fordern bessere Sicherheitsmaßnahmen von Codelco.

Nelson Barría kam vor rund einer Woche bei einem Erdrutsch ums Leben. Die Gewerkschaft der Arbeiter von Radomiro Timoc geht davon aus, dass das Unglück hätte verhindert werden können, wenn Codelco in bessere Sicherheitsmaßnahmen investiert hätte. Sie rief die Bergbauarbeiter zum Blockieren des Zugangs der Kupfermine auf und forderte den Rücktritt des Managements der Sicherheitsabteilung. Das größte Kupferunternehmen weltweit gab daraufhin am 30. März bekannt, die Mine vorerst zu schließen und Gesprächsrunden zur Konfliktlösung einzuleiten. Die Geschäftsführung sagte weiterhin eine genaue Untersuchung des Todes von Nelson Barría durch einen unabhängigen Gutachter zu.

Radomiro Tomic liegt 1.600 Kilometer nördlich von Santiago de Chile in den Anden. Die Mine befindet sich 3.000 Meter über dem Meeresspiegel und beförderte im vergangenen Jahr mit knapp 430.000 Tonnen Kupfer die größte Menge des Rohstoffs in Chile. (aj)