Haiti |

Cholera-Opfer verklagen die UN

Die Organisation Gerechtigkeit und Demokratie für Haiti (IJDH) hat stellvertretend für 5.000 Cholera- Opfer die Vereinten Nationen (UN) auf Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe verklagt. Nach Angaben der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation sei inzwischen durch mehrere Studien bewiesen, dass die Krankheit durch nepalesische Blauhelme ins Land gebracht wurde.

Neben diesem Vorwurf heißt es in der Klage weiterhin, dass die Soldaten für die schnelle und weitreichende Verbreitung der Cholera verantwortlich seien. Die UN Einheiten hätten laut einer von der UN Expertenkommission durchgeführten Studie Abfälle in den Fluss Artibonito geworfen. Dieser würde von der armen Bevölkerung der Insel als Trinkwasserquelle genutzt. „Die Verschmutzung des Flusses hat für einen explosionsartigen Ausbruch der Cholera gesorgt“, so die Autoren des UN-Berichts.

Die im Oktober des vergangenen Jahres ausgebrochene Krankheit hat knapp 500.000 Menschen im Nachbarland der Dominikanischen Republik infiziert und 6.500 Haitianer das Leben gekostet. „Die Opfer wollen, dass die UN ihre Schuld eingesteht und dementsprechend die Bevölkerung mit medizinischer Versorgung sowie dem Bau von Trinkwasser- und Abwassersystemen unterstützt“, sagte der IJDH –Sprecher Brian Cocannon.

Die 5.000 Kläger verlangen von den UN eine Zahlung in Höhe von 50.000 US-Dollar für jeden, der sich mit der Krankheit angesteckt hat. Die Angehörigen der Todesopfer fordern jeweils 100.000 US-Dollar von der internationalen Organisation. (aj)