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Chile: Kirche dankt für Unabhängigkeit und fordert Gerechtigkeit

Chile: Kirche dankt für Unabhängigkeit und fordert Gerechtigkeit

Eine „neue Etappe“ durchläuft Chile nach den Worten des Erzbischofs von Santiago de Chile, Kardinal Francisco Javier Errázuriz. In seiner Predigt anlässlich des zentralen „Te Deums“ zum chilenischen Nationalfeiertag am 18. September erklärte er im Beisein von Ministerpräsidentin Michelle Bachelet, in dieser „neuen Etappe“ zählten nicht nur materielle Werte. Die jungen Chilenen bräuchten über diese hinaus die Möglichkeit, ihre „Talente zu verwirklichen“, ihre „Werte zu entwickeln“ und Menschen zu finden, die ihnen auf dem Weg zu Jesus Christus helfen könnten.
Auch in den verschiedenen chilenischen Diözesen fand ein „Te Deum“ statt. Dabei dankten die Bischöfe für die Unabhängigkeit Chiles, scheuten sich gleichzeitig jedoch nicht vor deutlichen, auch politischen Botschaften. Der Vorsitzende der chilenischen Bischofskonferenz, Bischof Alejandro Goic, lud die Politiker in Rancagua zu einer „ehrlichen Selbstkritik“ ein. Die Politik müsse sich Gedanken darüber machen, wie die Menschen das Vertrauen in sie zurückgewinnen könnten. Zudem forderte er, die politische Erziehung der jungen Menschen zu verbessern.
Der Bischof von La Serena, Manuel Donoso, brachte seine Sorge um die Unterschiede zwischen Arm und Reich zum Ausdruck: „Wenn wir es geschafft haben, mit unseren Exporten in fremde und komplexe Märkte einzudringen, warum zeigen wir dann nicht die gleiche Entschlossenheit dabei, das Problem der Ungerechtigkeit im Inneren zu lösen?“, fragte der Bischof.

Autor: Sebastian Grundberger