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Chef von Indigenen-Behörde Funai entlassen

Funai-Chef Franklimberg de Freitas bei einer öffentlichen Anhörung der Kommission für Landwirtschaft und Agrarreform. Foto: Franklimberg de FreitasEdilson Rodrigues/Agência SenadoCC BY 4.0

Der Leiter von Brasiliens staatlicher Behörde für indigene Angelegenheiten (Funai) ist zum zweiten Mal binnen weniger Monate aus seiner Position verdrängt worden. Am Dienstag, 11. Juni 2019, teilte der Ex-Militär Franklimberg Ribeiro de Freitas mit, dass ihn das zuständige Ministerium für Frauen, Familie und Menschenrechte seiner Funktionen enthoben habe, so die Tageszeitung "O Estado de São Paulo".

Der Funai-Chef hatte sich gegen die Pläne der rechtsextremen Regierung von Präsident Jair Bolsonaro gestellt, Indigenen- und Umweltschutzgebiete für die kommerzielle Ausbeutung durch Agrar- und Bergbauunternehmen zu öffnen. "Leider geben Berater, die glauben, das Leben und die Realitäten der indigenen Völker zu kennen, dem Präsidenten der Republik schlechte Ratschläge", zitiert die Tageszeitung "Veja" den entlassenen Beamten. Bolsonaro hatte den Ex-Militär zum Funai-Leiter gemacht.

Riberei de Freitas war davor im April 2018 zurückgetreten und seiner Entlassung zuvorgekommen, nachdem Abgeordnete des sogenannten "Agrar-Blockes", eines losen Zusammenschlusses konservativer Politiker im Parlament, den damaligen Übergangspräsidenten Michel Temer um dessen Entlassung gebeten hatten. Damals war der Funai-Chef den Plänen der Agrarlobby im Weg, die Kennzeichnung von Indigenen-Schutzgebieten aufzuweichen. Seit Temers Amtsantritt 2016 wurden die Rechte von Indigenen und Umwelt massiv aufgeweicht, Funai durch drastische Mittelkürzung so gut wie machtlos gemacht. (bb)  

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