Mexiko |

Chef des Zeta-Kartells „El Lazca“ von Soldaten erschossen

Marinesoldaten haben am vergangenen Sonntagnachmittag den Chef des Zeta-Kartells Heriberto Lazcano Lazcano alias „El Lazca“ oder „Z3“ sowie ein weiteres Mitglied des Kartells bei einer Schießerei im nördlichen Bundesstaat Coahuila erschossen.

Da in der Gegend kein forensisches Institut vorhanden gewesen sei, hätten die Marinesoldaten der SEMAR die Toten in das Begräbnisinstitut García López de Sabinas gebracht, damit dort am späten Nachmittag die notwendigen Autopsien vorgenommen werden könnten. Die Leichnahme seien den lokalen Behörden übergeben, berichtet die mexikanische Tageszeitung „La Jornada“ unter Berufung auf Quellen aus Regional- und Bundesregierung. Kurz nach ein Uhr der darauffolgenden Nacht sei eine Gruppe von bewaffneten Männern in das Bestattungsinstitut eingedrungen und habe den Eigentümer gezwungen, die Leichen aus der Ortschaft zu transportieren, wo sie dann in Kleinbusse verladen worden seien.

Zeta-Boss war ehemaliger Elitesoldat

Laut La Jornada vergingen sieben Stunden, bis der Leichenraub gemeldet worden sei. Außerdem seien die sterblichen Überreste der vermeintlichen Zeta-Mitglieder unbewacht im Bestattungsinstitut verblieben. Aus Blutproben, Fingerabdrücken und Fotos hätten die Bundesbehörden jedoch ermitteln können, dass es sich bei den Toten um Heriberto Lazcano Lazcano und dessen 44-jährigen Fahrer Adalberto Rodríguez Rodríguez handele. Der Staatsanwalt des Bundesstaates Coahuila, Homero Romero, bestätigte gestern vor Pressevertretern, dass es sich bei dem Toten um Lazcano handele, so die Nachrichtenagentur „TeleSur“.

Der scheidende Präsident Felipe Calderón, der 2006 bei seinem Amtsantritt einen "Krieg gegen die Drogen ausrief" und verstärkt die Armee gegen Drogenkartelle einsetzte, erklärte, Lazcano sei „einer der wichtigsten und gefährlichsten“ Drogenbosse im Land gewesen und ein „Deserteur der Armee“. Laut Presseberichten war der getötet Zeta-Chef 1991 mit 17 Jahren in die Armee eingetreten und wurde dort zum Elitesoldaten ausgebildet. Sieben Jahre später verließ er das Militär und schloss sich den Zetas an.

Auf Lazcano, der nach dem Tod von Zeta-Boss Guzmán Decena (Z1) und dessen Nachfolger Rogelio González Pizaña (Z2) als „Z3“ die Führung des Kartells übernahm, hatte die mexikanische Staatsanwaltschaft ein Kopfgeld von mehreren Millionen US-Dollar ausgesetzt. Dem Drogenkrieg sind nach Schätzungen bisher mehr als 60.000 Menschen zum Opfer gefallen. (bh)