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CEPAL prangert Diskriminierung Indigener an

Die indigene Bevölkerung in Lateinamerika leidet unter struktureller Diskriminierung. Dies erläuterte und verurteilte die Exekutivsekretärin, Alicia Bárcena, der Wirtschaftlichen Kommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) bei der Präsentation eines Berichts über die Mapuche in Santiago de Chile. Trotz der offiziellen Anerkennung der ethischen Vielfalt in der Region- offiziellen Zahlen zufolge gibt es mehr als 600 indigene Völker auf dem Subkontinent- leiden die 30 Millionen Menschen indigener Abstammung in allen Ländern der Region unter systematischer Benachteiligung und Marginalität.

Indigene Bevölkerung lebt doppelt so oft in Armut

„Es ist eine deutliche Benachteiligung beim Zugang zu sozialer Infrastruktur, wie Bildung und Gesundheit, zu Arbeit, Information und Ressourcen zu verzeichnen“, so Bárcena. Diese Tatsache spiegle sich häufig nicht in den Statistiken wieder, da diese lediglich Durchschnittswerte erfassen. Laut der Mexikanerin Bárcena sind Menschen indigener Abstammung doppelt so häufig von absoluter Armut betroffen wie der Rest der Bevölkerung. „In Paraguay ist es sogar acht Mal so häufig und in Chile knapp drei Mal“, erläutert die CEPAL- Exekutivsekretärin. Ein weiter Indikator, in dem sich die systematische Diskriminierung der Indigenen wiederspiegle sei laut Bárcena die hohe Sterblichkeit von Kindern. Ein Im Schnitt ist die Kindersterblichkeitsrate in indigene Gemeinden 60 Prozent höher als im Rest der Region. Die traurigen Spitzenreiter dieser Statistik seien Paraguay und Bolivien.

Fortschritte hat es laut Bárcena aber bei der Wahrnehmung der Probleme der Bevölkerung indigener Abstammung gegeben. Sowohl die Regierungen Lateinamerikas als auch internationale Organisationen hätten den Schutz und die Unterstützung Indigener inzwischen auf der politischen Agenda platziert. (aj)