|

CEPAL-Chefin lobt »progressive Regierungen

In einem am Sonntag in der argentinischen Tageszeitung veröffentlichten Interview hat die Chefin der »Wirtschaftskommission für die Karibik und Lateinamerika« (CEPAL) Alicia Bárcena die »progressiven Regierungen« in Argentinien, Bolivien, Brasilien und Venezuela für ihre »Sozialpolitik mit ihren diversen Maßnahmen zum Schutz von Beschäftigung, Lohn und anderen Programmen« gelobt.

Die Region habe ihre »Lektionen der Vergangenheit gelernt«, so die mexikanische CEPAL-Direktorin. Durch den »Wandel des Modells« und einer Entwicklungsagenda, die mit ihren staatlichen »Interventionen« in die Wirtschaft die Notwendigkeit erkannt habe, die Unternehmer durch Steuern zu »disziplinieren«, hätten die öffentlichen Haushalte ihre durch die Privatisierungspolitik seit Mitte der 1980er verlorene Handlungsfähigkeit zurückerlangt.

Nach der Schuldenkrise der 1980er Jahre und der anschließenden Deregulierung habe Südamerika 14 Jahre gebraucht, um die Wirtschaftsleistung wieder auf denselben Stand zu bringen. »Aber zur Wiederherstellung des sozialen Niveaus brauchten wir 25 Jahre«, unterstreicht Bárcena die »Bedeutung der Makroökonomie«. Ausgeglichene öffentliche Haushalte, Inflationskontrolle und Devisen-Reserven hätten es ermöglicht, dass »Argentinien zusammen mit Brasilien, Bolivien und Venezuela das Land in der Region ist, das die Armut und Ungleichheit am meisten reduziert haben«. In den Sozialpolitiken dieser Regierungen, die »öffentliche Ausgaben als Motor der Wirtschaft begriffen haben«, gäbe es »kein zurück«, so die Chefökonomin der UN-Kommission. (bb)