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CELAM: "Korruption hat sich institutionalisiert"

Der Lateinamerikanische Bischofsrat CELAM hat sich auf einer Fachtagung im ecuadorianischen Guayaquil mit dem Thema Korruption und deren Bekämpfung auseinandergesetzt. Bischöfe aus insgesamt 16 Staaten der Karibik und Lateinamerika diskutierten dabei über die Auswirkungen der Korruption auf die Gesellschaften in der Region. "Wir stellen fest, dass die Korruption, wenn man sie als Machtmissbrauch zum Zwecke persönlicher Bereicherung ansieht, in einem neuen Kontext in die Region kommt", heißt es im Abschlusskommunique der Teilnehmer. Festzustellen seien das Auftreten neuer ökonomischer Monopole und die Beschädigung der Ethik in der praktischen Politik. Häufig sei dafür der private Sektor verantwortlich. Auch die Tatsache, dass immer mehr Arbeiterführer und Gewerkschafter nicht mehr ihre eigentliche Aufgabe erfüllten und nicht für ihre Mitglieder kämpften, beobachten die Konferenzteilnehmer mit Sorge. "Wir können sagen, dass sich die Korruption institutionalisiert hat."

Der Einfluss der Drogenkartelle in der Region verstärke diesen Trend. Die zunehmende Tendenz die Verfassungen zu ändern, um Wiederwahlen der Amtsträger zu ermöglichen, schädige die demokratischen Institutionen. Um die Korruption zu bekämpfen schlägt die Konferenz vor, eine tatsächliche Kultur der Transparenz zu schaffen. Zudem müssten die Gesetze dahin gehend geändert werden, dass Geldwäsche aus dem Drogenhandel nicht mehr möglich ist. Die Justiz müsste entbürokratisiert und deutlich effizienter werden. (tk)