Kolumbien |

Catatumbo: Journalisten von Sicherheitskräften angegriffen

Nach Angaben des Community-Mediums Prensa Rural sind gestern zwei Journalisten von Angehörigen der Aufstandsbekämpfungseinheiten (Esmad) angegriffen worden, als sie eine Auseinandersetzung zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in Tibu (Catatumbo) dokumentierten.

Die Kamera der Reporterin Verónica Luna (Prensa Rural) sei ihre von einem Esmad-Angehörigen aus der Hand geschlagen und anschließend zerstört worden. Auch die Speichermedien, auf denen Luna die Auseinandersetzungen dokumentiert hatte sowie das Handy der Reporterin seien beschlagnahmt worden, berichtet Prensa Rural auf seiner Homepage. Außerdem habe der Esmad-Mitarbeiter versucht, die Reporterin zu verhaften.

Ein Mitglied des Medienkollektivs „Brecha“, das ebenfalls die Auseinandersetzungen dokumentierte, sei zudem an Nase, Kinn und an den Rippen von Gummigeschossen getroffen und von einem Tränengasgeschoss an der Achillessehne verletzt worden. Prensa Rural verurteilt in seiner Stellungnahme die Angriffe auf die Medienarbeiter als Angriffe auf die Pressefreiheit und kritisiert zudem, dass die Berichterstattung der großen Medien Kolumbiens über die Proteste in Catatumbo einseitig sei.

Proteste fordern weitere Todesopfer

In Catatumbo, in der Provinz Norte de Santander, protestieren seit mehr als einem Monat rund 16.000 Koka-Kleinbauern mit Straßenblockaden und Demonstrationen gegen die Regierungspolitik und fordern einen direkten Dialog mit der Regierung. Die Regierung will nur verhandeln, wenn zuvor die Straßenblockaden beendet werden, was die Bauern jedoch ablehnen. Die zunächst friedlichen Proteste haben mittlerweile vier tote Bauern und über 50 Verletzte gefordert, darunter auch zahlreiche Polizisten. Im zentralkolumbianischen Departement Risaralda seien bei Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und ebenfalls streikenden Bergbauarbeitern nach Angaben des Nationalen Streikkomitees zwei Personen durch Tränengasinhalation gestorben, berichtet die Nachrichtenagentur TeleSur.

Der für Kolumbien zuständige UN-Hochkomissar für Menschenrechte der Vereinten Nationen, Todd Howland, hatte Kolumbien wegen seines Umgangs mit dem Konflikt in Catatumbo vergangene Woche scharf kritisiert. (bh)