Ecuador |

Büro von Umweltorganisation geschlossen

Das ecuadorianische Umweltministerium hat die Schließung des Büros der Umweltorganisation Fundación Pachamama angeordnet. Grund sei die Beteiligung einiger Vertreter der Organisation bei Protesten letzte Woche in der Hauptstadt Quito. Den ecuadorianischen Behörden zufolge habe sich die Nichtregierungsorganisation (NGO) in die Politik eingemischt, was satzungsmäßig nicht ihrem Ziel und Zweck entspräche. Durch dieses Verhalten seien die innere Sicherheit des Staates und der öffentliche Friede gefährdet worden.

Die Proteste am vergangenen Donnerstag, den 28. November, richteten sich gegen eine Lizenzrunde für öleigenschaften. Dem Wall Street Journal zufolge beschuldigt Ecuadors Präsident Rafael Correa, dass unter anderem Mitglieder von Pachamama, den chilenischen Botschafter in Ecuador, Juan Pablo Lira, angegriffen hätten.

Die Direktorin der NGO, Maria Belén Páez, bestreitet die Vorwürfe, wie die lateinamerikanische Nachrichtenagentur Portal del Sur berichtet. Páez zufolge hätten nur zwei Fotografen der Organisation an den Demonstrationen teilgenommen, um die Veranstaltung zu dokumentieren.

 

Pachamama wurde 1997 gegründet und hatte die Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinschaften im ecuadorianischen Amazonasgebiet als Ziel. Die wichtigsten Finanzierungsquellen der Organisation liegen im Ausland: in den USA und den Niederlanden.

Die staatliche ecuadorianische ölgesellschaft Petroamazonas wird 2014 mit den Arbeiten an den drei Erdölfeldern Ishpinho, Tambococha und Tiputini beginnen, die mitten im Yasuní-Nationalpark liegen. Die Erdölproduktion könnte 2016 starten. Die Erdölförderung im Yasuní wird von Umweltschützern kritisiert.

Im Juni veröffentlichte Ecuadors Regierung eine Verordnung mit neuen Verfahren, damit NGOs einen legalen Status in Ecuador erhalten. Sie verlangt, dass nationale wie internationale Organisationen sich einem Screening-Prozess unterziehen, bevor sie im Land arbeiten. Diese Verordnung erlaube der Regierung die Gruppen aufzulösen, sollten sie den „öffentlichen Frieden gefährden“, so der Wall Street Journal. (cw)

 

Weitere Nachrichten zum Thema:

Grünes Licht für umstrittene Erdölbohrung im Yasuní-Nationalpark 4.10.2013

Abgeordnete: Präsident verantwortet Umweltschäden in Yasuní 16.09.2013

Protestdemonstrationen gegen Erdölförderung in Yasuni 29.08.2013

 

Ein Hintergrundbericht zum Thema:

Schwierige Hürden auf dem Weg zu einem Yasuní-Referendum 01.10.2013