Bolivien |

Bücher von Mehrwertsteuer befreit

Boliviens Linksregierung will in der 11-Millionen-Einwohnernation die Leselust fördern. Ab Mitte Juni tritt dafür ein Gesetz in Kraft, mit dem alle Bücher im Lande von der Steuer befreit sind, so eine Presseerklärung der bolivianischen Steuerbehörde SIN. „Alle Gewerbetreibenden, die national hergestellte oder importierte Bücher verkaufen“, müssten sich bei SIN registrieren lassen, so der Direktor der Steuerbehörde Roberto Ugarte Quispaya Mitte der Woche.

Beim Verkauf von Büchern werden künftig gesonderte „Null-Steuern“-Rechnungen ausgestellt. In Bolivien werden Verbrauchersteuern am Ende eines Abrechnungsjahres bei der Steuerbehörde durch das Einreichen gesammelter Rechnungen ermittelt. Die Steuerbefreiung auf Bücher und andere schriftliche Druckerzeugnisse ist Teil eines Gesetzespakets zur Stärkung der bolivianischen Lesekultur.

Kultusminister Pablo Groux rief zu Beginn der Kampagne „Lass Dich zum Lesen anstiften“ zu Spenden und dem gegenseitigen Verleihen von Büchern auf. Auf Plätzen wird im Rahmen der Kampagne kostenlos Literatur zur Verfügung gestellt. Bereits Ende April hatte das Parlament das „Lesegesetz Óscar Alfaro“ verabschiedet.

Alfaro war ein bolivianischer Lehrer, Journalist und Dichter für Kinder- und Jugendliteratur des 20. Jahrhundert. Einige Werke des sozial engagierten Intellektuellen wurden auch ins Deutsche übersetzt. Das nach ihm benannte Gesetz sieht neben mehr Geld für den Bildungsbereich die Schaffung eines breiten Bibliotheken-Netzes, die Förderung von Literatur in den 36 offiziellen Landessprachen und die Gründung eines öffentlichen Bücherfonds im Kultusministerium vor. (bb)