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Brückenprojekt öffnet Brasilien Tor zur Karibik

Während die Wirtschaft profitiert, fürchten Indigene unkontrollierte Zuströme.

Georgetown. Eine kürzlich eingeweihte Brücke ist das neue Bindeglied zwischen Brasilien und seinem kleinen Nachbarn Guyana. Damit soll Guyana „ein für allemal Teil Südamerikas werden“, sagte Brasiliens Staatspräsident Lula bei der Einweihung. Außerdem öffnet sich Brasilien dadurch das Tor zum karibischen Markt. Dies mag Brasilien dazu bewogen haben, die Kosten für die 220 Meter lange Brücke über den Takatu-Fluss allein zu tragen. Staatpräsident Lula kündigte außerdem den Bau einer 560 Kilometer langen Straße durch den Amazonas an. Diese soll die brasilianischen Grenzstädte Boa Vista und Lethem mit der guyanischen Hauptstadt Georgetown verbinden. Georgetown wiederum liegt keine Flugstunde von den Südstaaten der Karibik entfernt, was einen viel versprechenden Absatzmarkt verheißt.

Doch die Pläne stoßen nicht überall auf Zustimmung. So warnt die guyanische Indigenenorganisation ´Amerindian People´s Association´ (APA), dass die Vorhaben vor allem die im Grenzgebiet lebenden Macoushi in Schwierigkeiten bringen werden. Befürchtet wird unter anderem der unkontrollierte Zustrom brasilianischer Landbesitzer, die ihre Agrarproduktion nach Guyana ausweiten wollen. Die Organisation erinnert an die verheerenden Folgen, die mit dem Zustrom brasilianischer Goldsucher für die Ureinwohner verbunden waren. Flüsse wurden verseucht, Krankheiten und Prostitution eingeschleppt.

Text: leif