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Brücke der Solidarität ins Heimatland des Papstes

Die Familie Kiefer vom Weingut Aloisiushof in St. Martin hatte im vergangenen Jahr eine nachhaltig gute Idee. In Kooperation mit dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat bietet die Familie seither einen Solidaritätswein an -- einen im Eichenfass gereiften Rotwein Cuvée aus alten Lagen ihres Weingutes --, mit dessen Erlös ein Ausbildungsprojekt in Argentinien unterstützt wird. Zwei Euro je Flasche tragen dazu bei, dass in einer der ärmsten Regionen Lateinamerikas Mädchen und junge Frauen die Chance zu einer Ausbildung und damit zu einem menschenwürdigen Leben erhalten.

Am 6. Mai konnte Weihbischof Otto Georgens, Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben im Bistum Speyer, in den Räumen des Weingutes den bisherigen Erlös in Höhe von 3500 Euro entgegennehmen -- ein Betrag, der von der Aktion Silbermöwe der Speyerer Bistumszeitung "der pilger" verdoppelt wurde. 7000 Euro sei eine Summe, mit der man in Argentinien viel für die Menschen bewegen könne, kommentierte Norbert Jansen von der Adveniat-Zentrale in Essen das Ergebnis der Solidaritätsaktion. "Ich freue mich ganz besonders darüber, dass das Geld einem Bildungsprojekt im Heimatland unseres neuen Papstes zugute kommt", unterstrich Weihbischof Georgens, der auch Verantwortlicher für das kirchliche Hilfswerk Adveniat im Bistum Speyer ist. Papst Franziskus lenke die Aufmerksamkeit auf die Armen, "die auch im Zentrum der Projektarbeit von Adveniat stehen". Dabei werde mehr in Menschen investiert als in Steine.
In den entlegenen Regionen im Nordwesten Argentiniens gibt es kaum Bildungsmöglichkeiten. Gerade junge Mädchen brechen die Schule häufig vorzeitig ab, um stattdessen ihre Familien zu unterstützen -- Ausbildung und Arbeit sind Mangelware. Das haben die Augustinerschwestern erkannt, die in dem kleinen Andendorf Santa María, in der Nähe von Cafayate, ein Internat für junge Frauen unterhalten. Hier werden genau die Mädchen aufgenommen, die keine andere Möglichkeit der Ausbildung haben. Die Schwestern wissen, dass Bildung der Schlüssel ist für das persönliche Leben der Mädchen und ihrer Familien wie auch für die Entwicklung einer humanen Gesellschaft insgesamt. Georgens verwies auf das biblische Leitwort der Adveniat-Aktion für das Jahr 2013: "Anfang der Weisheit ist wahrhaftiger Hunger nach Bildung, Ziel der Bildung aber ist die Liebe" (vgl. Weisheit 6,17). Dies treffe, so der Weihbischof, den Kern der Adveniat-Arbeit.

Die Initiative zu der "Aktion Adveniat-Wein" war von der Familie Kiefer ausgegangen. Mehrere Generationen leben und arbeiten in dem Weingut unter einem Dach. "Unsere Kinder haben alle Möglichkeiten der Bildung und damit Perspektiven auf ein gutes Leben", erläutert der 32-jährige Philipp Kiefer. "Von diesem Glück wollen wir etwas weitergeben. Deshalb diese Inititaive", fügt er hinzu.

Weihbischof Georgens dankte der Familie Kiefer, die die Solidaritätsaktion als "Gemeinschaftsaufgabe" sieht. Sein Dank galt ebenso der Speyerer Bistumszeitung "der pilger". Sie hatte im Vorfeld ausführlich über die Initiative und das Hilfsprojekt in Argentinien berichtet. Von der Aktion Silbermöwe - dem Leser-Hilfswerk der Zeitung, das einmalig ist in der deutschen Presselandschaft - wurde der Erlös des Wein-Verkaufs aufgestockt. "Zwischen St. Martin in der Pfalz und Santa Maria in Argentinien liegen 11000 Kilometer. Über den Adveniat-Wein wird eine Brücke geschlagen", so Weihbischof Georgens. "Ich wünsche mir, dass viele an dieser Brücke mitbauen -- auch in Zukunft."

Hinweis: Der Adveniat-Wein (2011er Edition, trocken, 7,90 Euro) kann auch weiterhin bezogen werden beim Wein- und Sekthaus Aloisiushof, Mühlstrasse 2, 67487 St. Martin, Telefon: 06323/2099, E-Mail: weinundsekthaus@aloisiushof.de

Bildunterschrift: 7000 Euro für Ausbildungsprojekt in Argentinien (von links): Philipp Kiefer, Pilger-Chefredakteur Nobert Rönn, Norbert Jansen von Adveniat, Weihbischof Otto Georgens und Sabine Kiefer (mit Enkel). Foto: pilger