Peru |

Bruder Artemio zu lebenslanger Haft verurteilt

Der letzte ehemalige Führer der maoistisch orientierten Guerilla Leuchtender Pfad, Florencio Flores Hala, bekannt als Bruder Artemio, wurde am vergangenen Freitag, 7. Juni, in Lima zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Das Gericht befand ihn des Terrorismus, der Geldwäsche und des Drogenschmuggels für schuldig und verurteilte ihn neben seiner Haftstrafe zu einer Geldbuße in Höhe von 140 Millionen Dollar. „Es wurde bewiesen, dass Artemio den Tode von zahlreichen Menschen angeordnet hat. Es wurde bewiesen, dass er zum Zentralen Komitee des Leuchtenden Pfades gehörte. Es wurde bewiesen, dass er einer der Top-Anführer im Huallaga Tal war“, begründete die Richterin Clotilde Cavero ihre Entscheidung.

Hala nahm sein Urteil mit erhobener Faust entgegen. Er betonte während des sechs Monate andauernden Prozesses wiederholt, dass er ein Revolutionär sei und kein Terrorist. Seine Verteidigung kündigte im Anschluss an das Urteil juristische Gegenmaßnahmen an. Artemio wurde vergangenes Jahr nach einem Gefecht mit dem peruanischen Militär verletzt und festgenommen. Bereits Ende 2011 räumte der 51-Jährige ein, dass der Leuchtende Pfad besiegt sei und erklärte sich zu Verhandlungen mit der peruanischen Regierung bereit. Der peruanische Präsident Ollanta Humala lehnte Verhandlungen mit Terroristen jedoch ab, wie er damals sagte.

Alberto Fujimori weiterhin in Haft

Der Leuchtende Pfad hatte im Jahr 1979 den Krieg zum Umsturz der herrschenden Klasse Perus ausgerufen. Die Rebellen bezeichneten das System in dem südamerikanischen Land als eine bourgeoise Demokratie. Die Gruppe überzog Peru in den kommenden 20 Jahren mit einer Welle der Gewalt, 70.000 Menschen sind offiziellen Zahlen zufolge in dem Konflikt ums Leben gekommen. Der Leuchtende Pfad wurde während der Präsidentschaft Alberto Fujimoris zwischen 1990 und 2000 deutlich geschwächt. Es gelang Fujimori, den Leuchtenden Pfad größtenteils zu zerschlagen, jedoch begingen seine Truppen in diesem Zusammenhang zahlreiche Menschenrechtsverletzungen. Fujimori wurde später wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 25 Jahren Haft verurteilt. Seine Familie reichte aus gesundheitlichen Gründen ein Gnadengesuch für den 74-Jägrigen ein. Ollanta Humala lehnte dies Ende letzter Woche mit der Begründung ab, dass Fujimori nicht lebensbedrohlich krank sei. (aj)