Mexiko |

Brot gegen Waffen

Mit einer ungewöhnlichen Kampagne gehen Behörden in Mexiko gegen Waffenbesitz vor. Im Rahmen des Entwaffnungsprogramms »Freiwillige Entwaffnung - Für Deine Familie« konnten Besitzer illegaler Schusswaffen diese gegen gegen Brot, Geld und Computer eintauschen, so Berichte mexikanischer Medien. Bisher seien insgesamt 1282 Schusswaffen eingesammelt und eingetauscht worden, so Angaben der zuständigen Bundesbehörde für Innere Sicherheit im Staat Cuidad de Mexico (SSP-DF).

Das Entwaffnungsprogramm war Weihnachten letzten Jahres gestartet worden und am 6. Januar zu Ende gegangen, schreibt die mexikanische Tageszeitung El Universal. Allein an einem Tag hätten Hauptstadtbewohner 43 Kurzwaffen, 12 Gewehre und sechs Handgranaten eingetauscht. Mit der Aktion sollen laut SSP-DF Unfälle im Haus sowie illegale Aktivitäten verhindert werden. Laut der Tageszeitung El Diario gibt es in dem mittelamerikanischen Staat über 15 Millionen illegale Schusswaffen.

Zwar verfügt Mexiko über eines der schärfsten Waffengesetze der Welt mit drakonischen Strafen für illegalen Waffenbesitz. Illegaler Waffenhandel mit Gerät aus dem Nachbarland USA hat jedoch dazu geführt, dass Drogenbanden teilweise über eine bessere Ausrüstung verfügen als staatliche Sicherheitskräfte. Ob unter den eingesammelten Waffen auch Gerät aus Deutschland war ist nicht bekannt. Der Rüstungsfirma Heckler & Koch aus Baden-Württemberg war zuletzt 2012 die Lieferung automatischer Waffen in das Bürgerkriegsland vorgeworfen worden, in dem sich Drogenmafia und Staat seit 2007 einen blutigen Schlagabtausch mit über 50.000 Toten liefern. (bb)