Brasilien |

Brasiliens Städten droht Trinkwasser-Kollaps

In jeder zweiten Stadt in Brasilien drohen bis 2015 Engpässe in der Wasserversorgung. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie der staatlichen Wasserbehörde ANA (Agencia Nacional das Aguas). Demnach könnte bis 2025 die Versorgung sogar völlig zusammenbrechen. Um einen Kollaps zu verhindern, müsste die Regierung ungerechnet zehn Milliarden Euro in den Ausbau des Wassernetzes stecken, berichteten brasilianische Zeitungen zum Weltwassertag der Vereinten Nationen am Dienstag.

Ohne entsprechende Investitionen werde in 55 Prozent der urbanen Zentren das Trinkwasser knapp, so die Untersuchung. Besonders betroffen sei der unter langen Trockenperioden leidende Nordosten des Landes. Aber auch dem Südosten um die Metropolen Sao Paulo und Rio de Janeiro stehe Wassermangel bevor. In diesem Raum leben gut 60 Prozent der Bevölkerung; gleichzeitig liegen dort lediglich 3 Prozent der Trinkwasservorkommen.

Der Hauptteil von Brasiliens Wasserreservoirs befindet sich laut ANA in der dünn besiedelten Amazonasregion. Hier konzentrieren sich 81 Prozent aller Vorkommen. Um die Situation in den Ballungszentren im Südosten und Nordosten zu entschärfen, müssten weitere 30 Milliarden Euro in den Bau von Kläranlagen investiert werden. Die meisten Abwässer fließen ungeklärt in die Flüsse, was deren Nutzung für Trinkwasser beeinträchtigt. Bereits jetzt leiden dem Bericht zufolge 16 Prozent der rund 5.600 urbanen Zentren Brasiliens unter Engpässen bei der Wasserversorgung.

Quelle: kna