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Brasiliens Sele?§Ä?o: Diesmal ohne pastoralen Beistand

Am 3. Juli wird es für Brasiliens Fußball-Nationalteam ernst. Dann trifft die Auswahl in ihrem ersten Spiel bei der Copa América in Argentinien auf das Team aus Venezuela. Auf pastoralen Beistand muss der Titelverteidiger dabei dieses Mal verzichten. Anders als sein Vorgänger hat Nationaltrainer Mano Menezes die Anwesenheit evangelikaler Pastoren im Mannschaftsquartier verboten.

Noch bei der WM 2010 in Südafrika hatte der damalige Trainer Carlos Dunga den pastoralen Beistand erlaubt. Kaká, Lúcio, Luis Fabiano, Felipe Mello und Robinho - Brasiliens damaligen Führungsspieler hatten dem Team ihren religiösen Stempel aufgedrückt. Allesamt Anhänger evangelikaler Pfingstsekten, hatten sie gemeinsam vor, während und nach den Spielen sowie im Training gebetet.

Besonders der ehemalige Bayern-Verteidiger Lúcio, der im WM-Team als religiöser Anführer galt, soll zudem auf die Anwesenheit des Pastors Anselmo Alves während der WM bestanden haben. Neben Lúcio hatte zudem Dungas Trainerassistent Jorginho bei den regelmäßig abgehaltenen religiösen Kulten eine Führungsrolle eingenommen. Er soll Scouts und Sicherheitspersonal des Teams nach ihrer religiösen Auffassung ausgesucht haben.

Die FIFA hatte sich bereits beim Konföderationen-Cup 2009 über die Seleção beschwert. Nach dem Finalsieg hatte diese am Mittelkreis ein gemeinsames Gebet abgehalten. Auch das Zurschaustellen religiöser Botschaften auf unter den offiziellen Trikots getragenen T-Shirts sieht die FIFA nicht gerne. Sie will religiöse Botschaften, genau wie politische, aus dem Weltfußball heraus halten.

Mittlerweile hat Mano Menezes die Nachfolge Dungas angetreten. Zudem spielen viele der damals den Ton angebenden evangelikalen Spielern nicht mehr mit. So scheint die religiöse Frage beim nun anstehenden Turnier im Nachbarland Argentinien kein Thema mehr zu sein. Menezes, der sein Team mit harter Hand führt, scheint sich auch hier durchgesetzt zu haben. So wird man religiöse Botschaften seitens der Kicker in den Stadien oder beim offiziellen Training dieses Mal wohl nicht sehen. In ihrer Freizeit, so der Trainer, könnten die Spieler allerdings machen was sie wollten. Auch beten. (milz)