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Brasilien schließt Amazonasgrenze für haitianische Flüchtlinge

Brasiliens Regierung hat die Amazonasgrenze für Flüchtlinge aus Haiti geschlossen. Ab sofort dürfen laut örtlichen Medienberichten nur noch Personen über die Grenzübergänge in der Amazonasregion einreisen, die über ein gültiges Arbeitsvisum verfügen. In den vergangenen Monaten seien etwa 4.000 Flüchtlinge über die bolivianische und peruanische Grenze nach Brasilien gelangt, wo sie unter Berufung auf ihren Flüchtlingsstatus eine Aufenthaltgenehmigung beantragt hätten. Mit der Schließung der Grenzen sollen den Angaben zufolge Aktionen von Schleusergruppen unterbunden werden, die die Flüchtlinge für etwa 1.000 Dollar pro Kopf nach Brasilien bringen.

Der Status der Flüchtlinge, die sich derzeit in Brasilien aufhielten, werde unterdessen legalisiert, heißt es. Sie bekämen eine Arbeitserlaubnis. Bislang hatte das Justizministerium nur etwa 1.600 von insgesamt 4.000 Flüchtlingen eine Arbeitserlaubnis ausgestellt. Haitianer, die künftig ohne gültige Aufenthaltspapiere angetroffenen würden, würden ausgewiesen, warnte das Justizministerium. Gleichzeitig wird Brasilien nach Angaben von Justizminister Jose Eduardo Cardozo die Kontrollen an den Amazonasgrenzen verstärken.

Am 31. Januar wird Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff Haiti besuchen. Diplomatische Kreise erwarten von dem Besuch eine Lösung der Flüchtlingsproblematik. Die sich derzeit in Brasilien aufhaltenden Haitianer hatten unter Berufung auf die kritische humanitäre Situation in ihrem Land um politisches Asyl gebeten.

Quelle: KNA

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