|

Brasilien: Pastoralrat verurteilt Erlass gegen indigene Landrechte

Der Pastoralrat der Brasilianischen Bischofskonferenz hat aus Sorge um indigene Völker eine Rücknahme des Erlasses 303 geäußert, der ab dem 24. September in Kraft treten soll. Der Erlass wurde von der Generalbundesanwaltschaft erstellt und erlaubt es dem Staat, sowohl Militärbasen, Straßen als auch Wasserkraftwerke auf indigenen Gebieten zu bauen, ohne dass die indigenen Völker zuvor informiert oder befragt werden müssen. Zudem schränkt er die ausschließlichen Nutzungsrechte natürlicher Ressourcen durch die Indígenas ein, damit in Zukunft Interessen Dritter einfacher durchgesetzt werden können.

Die Vertreter der Bischofskonferenz (Conselho Episcopal Pastoral da Conferência Nacional dos Bispos do Brasil = CNBB), bezeichneten diesen juristischen Akt als Gewalt gegen indigene Personen und als eine Bedrohung für deren Leben. Mit dem Erlass 303 würde die Regierung den Prozess der Anerkennung traditioneller Territorien erschweren, die Ausbeutung insbesondere von Wasserressourcen und mineralienhaltigen Ländereien vereinfachen und das Mitbestimmungsrecht indigener Völker missachten.

Die Nationale Bischofskonferenz forderte in ihrer offiziellen Aussage „Wir appellieren an die Generalanwaltschaft und die föderale Regierung den Erlass 303 aufzuheben und so die gegenwärtige Ungerechtigkeit, die an den indigenen Völkern verübt wird, aufzuheben. Dies ist der Moment um Fehler zu berichtigen und Todesfälle zu verhindern!“

Der Pastoralrat der Bischofskonferenz hatte sich bereits 2009 positiv zur juristischen Anerkennung indigener Landrechte geäußert. Adveniat bestärkt die Bischofskonferenz und weitere Institutionen der katholischen Kirche wie den Indianermissionsrat (CIMI) für das Eintreten indigener Rechte.