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Brasilien finanzierte Pinochets Diktatur

Brasiliens Militärdiktatur hat in den 70er Jahren Chiles Machthaber Augusto Pinochet mit Millionenzahlungen unterstützt. Dies ergaben nun Recherchen der Tageszeitung "Folha de S. Paulo". Insgesamt soll Brasilien Kredite in Höhe von 115 Millionen US-Dollar an das Regime in Santiago überwiesen haben. Das Geld soll für Waffenkäufe für Pinochets Truppen bestimmt gewesen sein. Die "Folha" hatte die Informationen in bisher nicht veröffentlichen Geheimdokumenten des brasilienischen Außenministeriums entdeckt.

Die erste Tranche über 40 Millionen US-Dollar wurde Ende 1974 bewilligt, gut ein Jahr nach Pinochets Putsch gegen den demokratisch gewählten Staatspräsidenten Salvador Allende. Ende 1975 wurden zuerst weitere 25 Millionen US-Dollar bewilligt, danach noch einmal 50 Millionen. Die Waffenkäufe dienten der "Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit" in Chile, so die Dokumente.

Die Tageszeitung hatte Einsicht in die Dokumente auf der Basis des neuen Informationsgesetzes erhalten, das Behörden verpflichtet, den Bürgern den Zugang zu Informationen zu ermöglichen. Laut der "Folha" lagern bisher unbekannte Dokumente aus der Militärzeit in "mindestens neun Regierungsbehörden". Eigentlich hätten derartige Dokumente bereits dem Nationalarchiv zugeführt werden müssen, in dem Dokumente aus der Diktaturzeit katalogisiert werden.

Ursprünglich hatte die Regierung den Zugang zu den als geheim eingestuften Papieren unter Berufung auf die Geheimhaltungsregeln für Regierungsdokumente verwährt. Warum sie dann doch der "Folha" zugänglich gemacht worden sind, ist noch unklar. Die Tausende von Dokumente sollen nun von den Behörden an das Nationalarchiv weitergeleitet werden, so die Regierung. Seit Mai 2012 untersucht eine von der Regierung eingesetzte Wahrheitskommission Menschenrechtsverletzungen in der Zeit der Diktatur. Diese Kommission soll nun ebenfalls Zugang zu den Papieren erhalten.(tm)