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Brasilien: CIMI und regionale Bischofskonferenz kritisieren Staudammprojekt

Der Indigene Missionsrat der Brasilianischen Bischofskonferenz (CIMI) hat auf seiner 19. Vollversammlung in Luzi"nia im Bundesstaat Goiás schwere Vorwürfe gegen die Regierung erhoben: Kritisiert werden vor allem aktuelle Megaprojekte, wie der Belo Monte Staudamm, die auf Kosten der Ureinwohner durchgeführt werden.
Die Indigenen wiesen mit Nachdruck auf den Aufschrei der geschundenen Mutter Erde hin. CIMI fordert daher im Schlussdokument ein schnelleres und entschiedeneres Handeln der politisch Verantwortlichen. Vor allem müsse den Indigenen der Besitz ihrer angestammten Gebiete zugesichert werden, auf denen sie in Harmonie mit der Natur und dem, was ihnen heilig sei, leben könnten. Die Vollversammlung, an der zahlreiche Vertreter indigener Völker teilnahmen, wählte Bischof Erwin Kräutler, erneut zum CIMI-Präsidenten.

Bereits im letzten Monat hatte die Bischofskonferenz der brasilianischen Region Norden II sie umfasst die Bundesstaaten Pará und Amapá auf ihrer Versammlung in Belém den geplanten Bau des umstrittenen Wasserkraftwerks Belo Monte angeprangert. Die 14 Bischöfe, unter ihnen Erwin Kräutler, erklärten in einer Deklaration ihre Solidarität mit den indigenen Völkern, die am Rio Xingu leben und warfen den staatlichen Behörden fehlende Sensibilität angesichts des drohenden Leidens der Menschen vor. Insgesamt nahmen an der Versammlung 70 Personen teil, neben den Bischöfen unter anderem auch Missionare und Laien.

Ende September konnten die Gegner des Großstaudamms einen Etappensieg verzeichnen: Ein für Umweltfragen am Amazonas zuständiger Richter am brasilianischen Bundesgerichtshof verfügte einen vorläufigen Baustopp für alle Arbeiten im Flussbett des Rio Xingu.
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Adveniat setzt sich seit langem für die Gleichberechtigung der indigenen Völker ein und forderte zuletzt in einem Brief die brasilianische Regierung zum Schutz der Ureinwohner auf. Mehr lesen