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Brasilien: Bischöfe unterstützen Kampagne gegen Korruption

Brasiliens katholische Bischofskonferenz hat ihre Unterstützung für die landesweit stattfindenden "Märsche gegen Korruption" erklärt. In einer gemeinsamen Presseerklärung forderten die Bischöfe, die Anwaltsorganisation OAB und der Brasilianische Presseverband ABI eine Reaktion der Zivilgesellschaft gegen die sich "wie eine Pandemie ausbreitende Korruption in unserem Land". Am Mittwoch fanden zum brasilianischen Unabhängigkeitstag landesweit Demonstrationen gegen Korruption statt; Zehntausende Menschen nahmen teil.

In den vergangenen Wochen war die Regierung in Brasilia durch mehrere Korruptionsskandale mit Veruntreuungen öffentlicher Gelder in großem Maßstab erschüttert worden. Präsidentin Dilma Rousseff reagierte mit vier Ministerentlassungen und führte in den betroffenen Ministerien eine "Faxina" (Portugiesisch für Großreinmachen) durch.

Das Ausmaß der Korruption bedrohe die "Glaubwürdigkeit der Institutionen", heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Es verlange eine "über reine Demonstrationen und Diskurse weiter reichende Reaktion der Zivilgesellschaft". Der Kampf gegen Bestechlichkeit und Untreue fordere "Mut, Entschlusskraft und ethische Verpflichtungen", die "über Ideologien und Parteigrenzen hinausgehen". Nur so könne eine "wahrhaftige Demokratie" aufgebaut werden, so die Bischöfe, Anwälte und Journalisten.

Allein in der Hauptstadt Brasilia sollen am Mittwoch laut Medienberichten zwischen 10.000 und 20.000 Menschen demonstriert haben. In 21 weiteren Städten waren für den Unabhängigkeitstag Protestkundgebungen geplant. Die Organisatoren hatten über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter zur Teilnahme aufgerufen.

Quelle: kna