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Brasilianischer Menschenrechtler gefoltert und ermordet

    Sebastião Bezerra da Silva
Sebastião Bezerra da Silva

Mit tiefer Betroffenheit hat das Lateinamerikahilfswerk Adveniat von der Ermordung des brasilianischen Rechtsanwalts Sebastião Bezerra da Silva erfahren. Der 40-jährige Familienvater war Koordinator des von der katholischen Kirche gegründeten „Centro de Direitos Humanos de Cristal"ndia“, des Menschenrechtszentrums „Cristal"ndia“ im Bundesstaat Tocantins. Sein Leichnam wurde nach Angaben des Büros am Morgen des 28. Februar 2011 auf der Fazenda Caridade in Dueré in Südtocantins gefunden.

„Er wurde gefoltert und anschließend ermordet“, berichtet Adveniat Brasilienreferent Norbert Bolte. „Wir wissen, dass er in Kooperation mit der Landpastoral an der Aufdeckungen von Sklavenarbeit im Bundesstaat arbeitete“, so Bolte weiter. „Ich bin schockiert über die Ermordung Sebastião Bezerra da Silva. Er war ein wichtiger Anwalt für die Menschenrechte“, sagt der Länderreferent. „Seine Ermordung ist ein schwerer Schlag für das kirchliche Engagement im Bereich der Menschenrechte und zeugt von der prekären Lage in der Region.“

Sebastião Bezerra da Silva war Adveniat-Stipendiat und hatte sein Jura-Studium 2008 abgeschlossen. Der Bischof seiner Region, Dom Heriberto Hermes, hatte im November 2010 die Adveniat-Geschäftsstelle in Essen besucht und von der Wichtigkeit der Menschenrechtsarbeit Sebastião Bezerras berichtet. Sebastião Bezerra sei bereits seit einigen Monaten wegen seines Einsatzes für die Menschenrechte bedroht worden. Die Arbeit des Menschenrechtsbüros solle trotz der anhaltenden Bedrohungen fortgeführt werden.