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Brasilianischer Kardinal Scherer äußert sich zur Papstwahl

Die Wahl eines ersten nicht-europäischen Papstes verstärkt nach Ansicht des brasilianischen Kardinals Odilo Pedro Scherer den Aspekt der Universalität der Kirche. Die Nationalität sei kein entscheidender aber ein bedeutsamer Faktor für die Papstwahl, sagte der Erzbischof von Rio de Janeiro am Samstag gegenüber Radio Vatikan. Die Entscheidung für einen Lateinamerikaner sei ein deutliches Signal, sagte Scherer, der im Konklave selber zu den möglichen Papst-Kandidaten gezählt hatte. Denn in Lateinamerika mit seiner reichen kirchlichen Erfahrung lebe inzwischen etwa die Hälfte der Katholiken.

"Wir haben in den vergangenen 400 Jahren viel von Europa erhalten. Jetzt ist der Moment gekommen, der Weltkirche unseren Teil unseres spirituellen Reichtums und unserer religiösen Erfahrungen zu geben", sagte Scherer. Denn in der Kirche gebe es stets "diese doppelte Bewegung des Gebens und des Empfangens".

Hohe Erwartungen setzt Scherer in den kommenden Weltjugendtag, zu dem Brasilien Papst Franziskus Ende Juli in Rio de Janeiro erwartet. "Wir hoffen, dass viele junge Katholiken aus aller Welt kommen, auch wenn wir um die Schwierigkeiten aufgrund der Entfernungen und der teuren Flugtickets wissen". Es werde schön sein, "in den Gesichtern der jungen Menschen aus allen Ländern, Kulturen, Volkern Rassen und Ethnien das Gesicht der Menschheit zu sehen".

Mit Papst Franziskus zeige sich ein Papst in einem etwas anderen Bild, einfach, auch mit neuen Gesten, sagte Scherer. Dies sei aber kein Bruch mit den großen Traditionen des katholischen Glaubens. Die Kirche bleibe bei ihrem Weg durch die Zeit immer die gleiche, auch wenn sie sich in neuen Formen präsentiere.

Die Wahl eines Nicht-Europäers mache deutlich, dass die Kirche weltweit vertreten sei, wenn auch in manchen Regionen verhältnismäßig gering wie etwa in Asien. Das verlange "entschiedene missionarische Aktivitäten in Richtung Asien", betonte Scherer.

Quelle: KNA, Text: jos/chs.