Brasilien |

Brandkatastrophe in Diskothek

Ein Brand in einer Großraumdiskothek in der brasilianischen 262.000-Einwohner-Stadt Santa María im südöstlichen Bundesstaat Río Grande do Sul in der Nacht des 26. Januars hat mindestens 238 Todesopfer und über 130 Verletzte gefordert, so jüngste Berichte diverser lokaler und internationaler Nachrichtenagenturen. Ersten Behördenangaben zufolge sei nach Ausbruch eines Feuers gegen 2.30 Uhr Panik ausgebrochen. Hunderte Partygäste im Nachclub »Kiss« hätten sich daraufhin gegen den einzigen, jedoch vom Wachpersonal verschlossenen Notausgang gedrängt.

Am Morgen des 28. Januar gab die Bundesregierung die Namen von 141 Opfern bekannt, die meisten von ihnen sind Studenten. Die Mehrheit der zu Tode gekommenen in der rund 300 Kilometer westlich von Porto Alegre gelegenen Stadt sei an giftigen Gasen erstickt, so der TV-Sender GloboNews. Viele seien gestürzt und überrannt worden. Binnen kürzester Zeit habe sich Qualm in allen Räumen ausgebreitet, erklärte Guido de Melo, Feuerwehrchef von Río Grande do Sul.

Brandursache war laut Zeugenaussagen ein bei einer Bühnenshow verwendetes, nicht genehmigtes bengalisches Feuerwerk. Auch die Betreiberlizenz der auf 2000 Besucher ausgerichteten Diskothek sei längst abgelaufen gewesen, berichtete der Feuerwehrchef. Den Brand unter Kontrolle bekamen die Rettungskräfte erst nach drei Stunden. Um sich Zugang zum Innenraum und den Opfern zu verschaffen mussten Löcher in die Dächer der verkohlten Diskothek geschlagen werden.

Wie die Tageszeitung Zero Hora berichtete handelt es sich um die schlimmste Katastrophe im Bundesstaat und eine der schlimmsten in Brasiliens jüngster Geschichte. Um an den Unglücksort reisen zu können sagte Staatspräsidentin Dilma Rousseff ihre Termine auf dem EU-Lateinamerika-Gipfel in Santiago de Chile kurzfristig ab. Bundesstaats-Gouverneur Tarso Genro erklärte per Twitter sein Beileid. Santa Marías Bürgermeister Cezar Schirmer rief 30 Tage Trauer aus. Ex-Präsident Luiz Lula da Silva erklärte seine »Solidarität mit den Freunden und Familien der Opfer und der ganzen Bevölkerung der Stadt«. (bb)