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Bolsonaro lässt Kirchen trotz Corona-Pandemie weiter offen

Die Kathedrale in Porto Velho in Brasilien. Foto: Jürgen Escher/ Adveniat 

In Brasilien bleiben Kirchen trotz erlassener Corona-Pandemie-Einschränkungen weiter offen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag berichtete, gab der Präsident Jair Bolsonaro dem Druck einflussreicher evangelikaler Kirchen im Land nach. Trotz des Verbots großer Menschenansammlungen dürften nun Kirchen aller Konfessionen auch während der Corona-Krise geöffnet bleiben. Der Präsident erließ hierfür ein entsprechendes Dekret.

Allerdings müssten sich die Gotteshäuser an die Vorgaben des Gesundheitsministeriums halten, demzufolge in öffentlichem Raum keine großen Gruppen zusammenkommen dürfen. Die Kirchen dürften also Gottesdienste mit wenigen Gläubigen abhalten, wie lokale Medien berichten. Die von Bolsonaro erlassene Ausnahmeregel widerspricht den gesetzlichen Regelungen zahlreicher Gouverneure, die aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Corona-Virus die Schließung aller Kirchen in ihren Bundesstaaten angeordnet hatten.

Der einflussreiche Unternehmer und selbsternannte evangelikale Bischof Edir Macedo weigert sich weiterhin, das Coronavirus als Gefahr für die Gesundheit anzuerkennen und seine Kirchen zu schließen. Es sei nicht das Coronavirus, das die Menschen gefährde, sondern fehlender Glaube und Gottesvertrauen, so der Begründer der fundamentalistischen "Igreja Universal do Reino de Deus" (Universalkirche des Königreichs Gottes) auf seinem Instagram-Account. Auch Präsident Bolsonaro bezeichnet die Corona-Pandemie weiterhin als "eine leichte Grippe". (bb)

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