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Bolsonaro entsetzt mit obszönem Video

Manneken Pis in Vietnam... (Symbolfoto: Anne and David, Flickr, Public Domain Mark 1.0)

Brasiliens rechtsextremer Präsident Jair Messias Bolsonaro hat am Mittwoch mit einem auf seinem Twitter-Account geteiltem obszönem Video für Aufsehen erregt. Es zeigt zwei Männer bei „Pinkel-Spielen“ während des Straßenkarnevals in der Metropole Sao Paulo. In dem Video sieht man, wie ein Mann einem anderen über die Haare uriniert. Bolsonaro wolle zeigen, was aus dem Karneval geworden sei, so der Präsident. Die Veröffentlichung sorgte auch bei vielen seiner Anhänger für Entsetzen.

„Ich mache das nicht gerne, aber wir müssen der Bevölkerung die Wahrheit zeigen“, so Bolsonaro in dem Tweet. „Das ist aus vielen Straßenumzügen im brasilianischen Karneval geworden.“ Wohl als Reaktion auf zahlreiche Kommentare zu seiner Veröffentlichung stellte der Präsident wenig später dort die Frage: „Was ist Golden Shower?“ Ob er tatsächlich nicht weiß, dass die Pinkel-Praxis als „goldene Dusche“ bezeichnet wird, bleibt offen.

Hohn und Spott

In Medien und sozialen Netzwerken war die Reaktion auf Bolsonaros Anti-Karnevals-Tweets durchweg negativ. Selbst erklärte Anhänger des Rechtsextremen fragten, wieso der Präsident ein „Porno-Video“ teile. Die Organisatoren des Straßenumzugs, bei dem die Aktion gefilmt wurde, bezeichneten diese als „Einzelfall“. Bolsonaro nütze den jedoch, um den Karneval und speziell LGBT-Umzüge zu diffamieren.

Bolsonaro war während des Karnevals bei zahlreichen Umzügen scharf kritisiert worden. Dies könnte die Veröffentlichung des „Rache-Videos“ ausgelöst haben, spekulierten Medien. Am späten Mittwochabend (Ortszeit) veröffentlichte das Präsidentenamt ein Statement. Bolsonaro habe nicht generell den Karneval kritisieren wollen, sondern lediglich negative Auswüchse, so die Pressemitteilung. Bolsonaro hat in sozialen Netzwerken Millionen Follower, alleine bei dem Kurznachrichtendienst Twitter sind es über drei Millionen.

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