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Bolivien: Wie die Äpfel in die Anden kamen

Zum Tag des Apfels eine Lese-Empfehlung und eine Spurensuche der wohl beliebtesten Obstsorte Deutschlands.

Bolivien Lateinamerika Anden Apfel

In der Gemeinde Tapacari, Bolivien, sind die Bauern durch nachhaltige Landwirtschaft und Apfelanbau zu bescheidenem Vermögen gekommen. Foto: Adveniat/Martin Steffen

Das Leben in den bolivianischen Anden auf mehr als 3.000 Metern Höhe ist für die Kleinbauern hart und entbehrungsreich. Von dem Ertrag der oft kargen Böden können sich die Familien kaum selbst ernähren. Vor allem junge Menschen verlassen ihre Dörfer auf der Suche nach Bildungsmöglichkeiten und einem besseren Leben. In Tapacarí, circa 80 Kilometer entfernt von Cochabamba, konnte dieser Trend gestoppt werden. Schuld sind die Äpfel -  ein Obst, das dort eigentlich gar nicht heimisch ist. Wie es dazu kam, lesen Sie in unserer Titelgeschichte der aktuellen Printausgabe von Blickpunkt Lateinamerika 4/2019. Online lesen oder bestellen unter blickpunkt@adveniat.de

11. Januar - Tag des Apfels - Knackig, rund und paradiesisch

Er hat Kulturgeschichte geschrieben: Der Apfel spielt nicht nur bei Homer und in der Bibel eine besondere Rolle, sondern auch in Märchen und in Schillers Drama "Wilhelm Tell". Die knackige, vitaminreiche Frucht symbolisiert weibliche Fruchtbarkeit, Herrschaft, aber auch Versuchung und Sündenfall. Auch ist sie ein Symbol des Lebens - etwa in dem Luther zugeschriebenen Satz: "Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen."
Zugleich ist der Apfel die wohl beliebteste Obstsorte in Deutschland, wie Landwirte und Ökologen zum Tag des Apfels am 11. Januar betonen. 2019 wurden in der Bundesrepublik geschätzte 912.000 Tonnen auf einer Anbaufläche von 34.000 Hektar geerntet. Im Schnitt aß jeder Bürger rund 21 Kilogramm.

Das genetische Material für den modernen Apfel stammt aus Kasachstan. Die dort wachsenden Holzapfel-Arten waren dem delikaten Obst von heute allerdings nur entfernt ähnlich, gaben aber der ehemaligen Hauptstadt ihren Namen: Alma Ata - Stadt der Äpfel. Über die Seidenstraße gelangten die Pflanzen und Früchte ans Schwarze Meer. Die Griechen und später die Römer kultivierten sie weiter.

Der Apfel als Machtsymbol

Für mittelalterliche Herrscher wurde der Apfel - der wegen seiner Form auf die Erdkugel und damit die Weltherrschaft verweist - zum Symbol der Macht. Dem "Reichsapfel" der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches war ein goldenes, mit Edelsteinen geschmücktes Kreuz aufgesetzt.

Den wahrscheinlich bekanntesten Apfel der Gegenwart entwarf 1977 Rob Janoff: Die angebissene Frucht ist das Symbol des Technologie-Riesen Apple. Weltherrschaftsgelüste soll er angeblich nicht symbolisieren: Mitgründer Steve Jobs hatte, so die offizielle Biografie von Walter Isaacson, mal wieder eine Obstdiät gemacht. Auf dem Rückweg von einer Apfelplantage sei ihm der Name eingefallen.
 

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