|

Bolivien übernimmt G77-Vorsitz für 2014

Bolivien feiert einen Achtungserfolg auf diplomatischem Parkett. Im Jahr 2014 übernimmt das 11-Millionen-Einwohnerland die turnusgemäße Präsidentschaft der G77-Gruppe plus China in den Vereinten Nationen, teilte am Donnerstag, 7. November, die staatliche Nachrichtenagentur ABI mit. Einstimmig votierten die Mitgliedsstaaten des im Kalten Krieg gegründeten, blockfreien Zusammenschlusses sich entwickelnder Länder für Bolivien. Vorgeschlagen wurde Bolivien unter anderem von der Union Südamerikanischer Staaten (UNASUR).

„Der plurinationale Staat von Bolivien fühlt sich durch die Ernennung geehrt“, nahm Boliviens ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen (UN) Sacha Llorenti den G77-Vorsitz an. Während der einjährigen Präsidentschaft werde Bolivien die „Interessen und Hoffnungen der sich entwickelnden Länder in allen Foren und Prozessen im Rahmen der Agenda Post 2015, der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, und anderen“ transparent und effektiv anleiten, so Llorenti. Wichtigstes Ziel der G77 mit ihren 133 Mitgliedern, die rund 60 Prozent der Weltbevölkerung vertreten, ist nach eigenen Angaben die Stärkung der Entwicklungsländer auf dem Weltmarkt und im UN-System.

Argentiniens ständige UN-Vertreterin María Cristina Perceval beglückwünschte Bolivien, das „heute nicht irgendein Land ist, nicht irgendein Bolivien, sondern das Bolivien, das seine Rohstoffe nationalisiert hat, um fünf Jahrhunderten der Ausbeutung seiner Bodenschätze durch private Multis ein Ende zu setzen“. Präsident Evo Morales unterstrich die „Wichtigkeit von Bolivien in der Welt“, dessen „Kampf und Sozialpolitiken“ hätten die G77 ihre Anerkennung und Respekt erklärt. 2014 feiert der Dritte-Welt-Länderbund sein 50jähriges Bestehen. Bolivien, das die Präsidentschaft von Fidschi übernimmt, hatte den Vorsitz bereits 1990 inne. (bb)

Weblink zur G77-Gruppe: http://www.g77.org/doc/presiding.html