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Bolivien feiert Sommersonnenwende

Zur Feier der Sommersonnenwende auf der Islam del Sol am Titicacasee mit Präsident Evo Morales, mehreren Parlamentarien und tausenden Bolivianern werden auch rund 70 spirituelle Führer aus verschiedenen Ländern in Bolivien erwartet. Dies erklärte Außenminister David Choquehuanca gegenüber Pressevertretern.

Das internationale Zusammentreffen mit Schamanen aus Argentinien, Chile, Peru, Ecuador, Kolumbien, Guatemala, Nicaragua, Kuba, Mexiko, Uruguay, Brasilien und Venezuela diene auch dazu, Alternativen zum Kapitalismus zu diskutieren, unterstrich Choquehuanca.

Man habe 10.000 kleine Teller mit Essen aus Quinoa und Lama-Fleisch vorbereitet, so der Außenminister. Rund 300 Boote stünden für den Transport der Gäste aus dem In- und Ausland bereit. Die Menschen sollten „den Beginn der neuen Ära des Maya-Kalenders in Ruhe feiern können“, erklärte er weiter.

UN-Forum mahnt politischen Richtungswechsel an

In Guatemala sind Vertreter des Ständigen Forums für indigene Angelegenheiten der UNO in eingetroffen, um an den dortigen Feierlichkeiten zur Sommersonnenwende und zum Beginn eines neuen Zyklus des Maya-Kalenders teilzunehmen, berichtet die Nachrichtenagentur Servindi.
Die indigenen Besucher aus Mexiko, Kanada, Russland, Estland, Neuseeland, Iran, Bangladesh und den USA nutzten die Gelegenheit, um bei Gesprächen mit dem guatemaltekischen Präsidenten Otto Pérez Molina die Erwartung zu äußern, dass die Regierung weiter daran arbeitete, den Richtungswechsel in der Politik, zugunsten der Indigenen voranzubringen.

Der kanadische Indigene Edward John, Vorsitzender des Forums, erklärte gegenüber Pressevertretern, in Kanada glaubten 10 Prozent der Bevölkerung, dass die Welt am 21. Dezember untergehe. „Deshalb hoffen wir auf einen echten Bildungsprozess“ an dieser Stelle, so John. Auch mehrere Maya-Schamanen wandten sich entschieden gegen die Aussage, dass zum Kalenderwechsel das Weltende vorausgesagt worden sei.

Angebliche Weltuntergangsprophezeiung

So erklärte der Maya-Schamane Carlos Barrios, dass diese Sensationsnachricht „eine Publicity-Strategie aus Hollywood“ sei. Die Maya hätten keine derartige Prophezeiung ausgesprochen, es gehe um eine Riesengeschäft: „Es werden eine Menge Konserven, Wasserfilter und ähnliches verkauft“, erklärte er.

Es könne zwar durchaus sein, dass der Weltuntergang in nicht allzu ferner Zeit eintreffe, dass liege dann aber nicht an der Maya-Prophezeiung, sondern an unserem derzeitigen Umgang mit Mutter Erde, ergänzte Barrios.

In Guatemala werden zwischen 150.000 und 200.000 ausländische Touristen zur Sonnenwende erwartet, die meisten kommen aus Südamerika, den USA, Mexiko und Mittelamerika. (bh)