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Bolivien beantragt Mitgliedschaft im MERCOSUR

Der bolivianische Präsident Evo Morales hat am vergangenen Freitag, 7. Dezember, bei dem Treffen der Mitgliedsstaaten des Gemeinsamen Marktes des Südens (MERCOSUR) in Brasilia den Antrag auf Beitritt zu dem Integrationsbündnis unterschrieben. Die brasilianische Präsidentin und Gastgeberin Dilma Rousseff begrüßte diesen Schritt: „Der Beitritt Boliviens würde unseren Block weiter stärken“, so dass Staatsoberhaupt im Anschluss an das Treffen. Zur Diskussion steht ebenfalls, ob Ecuador dem MERCOSUR beitritt. Der Regierungschef Rafel Correa hatte dieses Vorhaben bereits zu Beginn dieses Jahres geäußert. Nach Aussage Correas müsste vorher allerdings noch der Einfluss auf die lokale Wirtschaft genauer untersucht werden.

Mit einem Beitritt Boliviens und Ecuadors würden im MERCOSUR-Raum 300 Millionen Menschen leben und es würde ein Bruttoinlandsprodukt von 100 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet werden. Die Zahl der Mitgliedsstaaten würde von derzeitig sechs auf acht steigen. Der letzte und seit der Gründung 1991 der erste Neuzugang zu dem Bündnis war in diesem Jahr Venezuela. Die Mitgliedschaft Boliviens gilt, sobald alle Mitgliedsstaaten den Antrag in ihren Parlamenten ratifiziert haben.

Weiterhin übergab Dilma Roussef die temporäre Präsidentschaft an das uruguayische Staatsoberhaupt Jose Mujica. Rousseff wies im Zuge der Übergabe darauf hin, dass der MERCOSUR kein Paradies und kein gelobtes Land sei. „Es ist eine gemeinsame, kollektive Pflicht, die uns eine Präsenz in der Welt verschafft“. Die Präsidentschaft des Integrationsbündnisses rotiert und wird jedes halbe Jahr gewechselt. (aj)