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Blutiger Wahlkampf: Drei Politikerinnen ermordet

Symbolbild: Adveniat/Jürgen Escher
Symbolbild: Adveniat/Jürgen Escher

Am vergangenen Wochenende sind in Mexiko drei Politikerinnen innerhalb von 24 Stunden ermordet worden. Pamela Terán war die Kandidatin der derzeitigen Regierungspartei PRI im Bundestaat Oaxaca und beendete am Samstagabend, 2. Juni 2018, ihren Wahlkampftag in Juchitan. Sie verließ gemeinsam mit ihrem Chauffeur und Fotografen ein Restaurant, als aus einem fahrenden Auto auf sie geschossen wurde. Sowohl die Politikerin als auch ihre beiden Begleiter starben noch in der Nacht.

Ebenfalls einem Verbrechen fielen die Grünen-Kandidatin Juana Iraís Maldonado und die Stadträtin Erika Cázares zum Opfer. Die beiden Frauen verließen eine Wahlkampfveranstaltung in Jolapa in Chiapas. Sie waren zusammen im Auto unterwegs und wurden von mehreren unbekannten Männern angehalten und erschossen. Die Grünen forderten im Anschluss an die Tat die Behörden mit aller Dringlichkeit dazu auf, endlich Maßnahmen zu ergreifen, die der Gewalt und Aggression gegen Kandidaten Einhalt gebieten.

Blutiger Wahlkampf

Noch nie zuvor sind während eines Wahlkampfes in Mexiko so viele Kandidaten umgebracht worden wie in diesem Jahr. Seit dem Beginn der Wahlkampagnen zur allgemeinen und Präsidentschaftswahl am 1. Juli wurden 108 Politiker ermordet. Opfer sind vor allem die Kandidaten der PRI und der PRD. Bereits im April äußerte sich der Generalsekretär der Vereinigung Amerikanischer Staaten (OAS), Luis Almagro, besorgt über die Situation in Mexiko: „Es wird durchschnittlich alle vier oder fünf Tage ein Mord an einem Kandidaten verübt. Das ist ein Ausmaß von Gewalt, das in einem Wahlprozess absolut inakzeptabel ist.“ (aj)