Kolumbien |

Bistum warnt vor neuer Gewalteskalation 

Menschenrechtsarbeiterin Ursula Holzapfel im Gespräch mit Don Juan Valencia, der Angehörige im Konflikt verloren hat, in der „Kirche der Opfer“ in Quibdó. (Foto: Adveniat/Jürgen Escher)

Das Bistum Quibdo im Westen Kolumbiens warnt vor einer neuen Eskalation der Gewalt zwischen Guerilla-Einheiten und paramilitärischen Truppen. In einem am Montag verbreiteten Schreiben weist die Diözese auf vermehrte bewaffnete Auseinandersetzungen in der Region hin. "Wir wollen alles tun, um gehört zu werden und um das Schlimmste zu verhindern", sagte Ursula Holzapfel. Die Gemeindereferentin aus dem Bistum Trier lebt und arbeitet seit mehr als 30 Jahren in der Diözese Quibdo.

Seit Februar komme es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der marxistischen Guerillabewegung ELN und der paramilitärischen Gruppe AGC. Die Kämpfe bedrohen den Angaben zufolge auch die Sicherheit mehrerer indigener und afrostämmiger Gemeinden. Einige Familien seien bereits aus ihren Dörfern geflohen. In ihrem Schreiben wirft die Diözese Quibdo der ELN unter anderem vor, Menschen zu ermorden, Anti-Personen-Minen einzusetzen, Kinder und Jugendliche als Soldaten zu rekrutieren, Bewohner der Gemeinden einzuschüchtern und sie in ihrer Bewegungsfreiheit einzuschränken. Der AGC wird vorgeworfen, die humanitäre Krise noch zu verschärfen - etwa durch Einschränkungen beim Zugang zu Lebensmitteln, Medizin und Treibstoff. AGC-Mitglieder sollen Gemeindevorsteher bedroht und ebenfalls Zwangsrekrutierungen vorgenommen haben.

Kritik wird auch an der kolumbianischen Regierung geübt. "Wieder einmal versäumt es der kolumbianische Staat, seine verfassungsmäßige Pflicht, Frieden zu schaffen, zu erfüllen", heißt es in dem Text. (KNA)

Adveniat unterstützt Friedensarbeit

Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt die Friedensarbeit in der Diözese. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen sozial ausgegrenzten Jugendlichen aus armen Stadtteilen einen Weg zu finden, der nicht im Kreislauf der Gewalt endet. Neben der Sozialarbeit auf der Straße wollen die Helferinnen und Helfer das durch Kunstprojekte verwirklichen. Das Kollektiv „Alianza Urbana“, bestehend aus zehn Jugendlichen und zwei Leitern, möchte im Rahmen des Projekts „Alza tu voz!“ Jugendlichen die Möglichkeit eröffnen, ihre Erfahrungen zu schildern, zu reflektieren, sich auszutauschen und diese dann durch Hip-Hop zum Ausdruck zu bringen. Im Rahmen dieser Arbeit ist dieses unten stehende Musikvideo entstanden.

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