Honduras |

Bischof will Präsident werden

Der 75- Jährige Bischof Luis Alfonso Santos Villeda hat seine Ambitionen bekräftigt, bei den Präsidentschaftswahlen 2013 in Honduras anzutreten. "Wenn wir in Honduras eine wahrhaftige Gesellschaft konstruieren, können wir die Dinge verbessern", sagte der Bischof von Copan dem Internetportal "Proceso". Der katholische Geistliche baut dabei nach eigenen Angaben auf die Hilfe aller christlichen Glaubensgemeinschaften in Honduras: "Ich fühle eine breite Unterstützung aus der Gesellschaft, auch die evangelikalen Kirchen stehen hinter mir."

Santos erklärte, zahlreiche Anhänger der linksorientierten Bewegung "28. Juni" sammelten derzeit die notwendigen Unterschriften, um seine Kandidatur für die parteiinternen Vorwahlen in diesem Jahr zu ermöglichen. Laut eigenen Angaben will der Bischof vorher die Erlaubnis von Papst Benedikt XVI. einholen. Üblicherweise werden katholische Priester den kirchenrechtlichen Bestimmungen zufolge nach Aufnahme eines politischen Engagements von ihrem priesterlichen Dienst suspendiert. Bereits zu früherer Gelegenheit hatte Santos betont, dass er damit rechne, "zumindest zeitweise" von seinem Amt zurücktreten zu müssen.

Bischof Santos gilt als scharfer Kritiker des Staatsstreiches vom 28. Juni 2009, als der gewählte Präsident Manuel Zelaya gestürzt und mit Hilfe der Militärs nach Costa Rica ausgeflogen wurde. Anhänger Zelayas werteten dies als Putsch, Gegner des unter Korruptionsvorwürfen stehenden Ex-Amtsinhabers als verfassungskonformes Vorgehen. Zelaya befindet sich mittlerweile wieder in Honduras.

Quelle: KNA