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Bischof von Temuco fordert Dialog mit Mapuche

Angesichts neuerlicher Brände in der südchilenischen Region Araucanía rund um den Jahreswechsel, hat Héctor Vargas, Bischof von Temuco, dazu aufgerufen, den Dialog mit den Mapuche-Indigenen zu suchen.

Am 31. Dezember 2013 und am 1. Januar des neuen Jahres hat in Temuco, der Hauptstadt der Region Araucanía, ein Gebäude im Stadtzentrum gebrannt. Die Behörden gehen von Brandstiftung aus. Zudem seien ein lokales Polizeigericht und ein Bankautomat mit Spreng- bzw. Brandsätzen angegriffen worden. In der Region Araucanía sorgt der Konflikt mit Mapuche-Indigenen, die auf Landrückgabe und Anerkennung indigener Rechte bestehen, seit Jahrzehnten für teils gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Mapuche und Großgrundbesitzern, Holzfirmen und staatlichen Behörden.

Bischof kritisiert fehlenden Dialog mit Mapuche

"Zuallererst muss das Volk der Mapuche gehört werden. Ich habe den Eindruck, dass dies bisher nicht geschehen ist. Es sind Gesprächsforen angesetzt worden, die nur von kurzer Dauer waren. Manche haben nur ein einziges Mal stattgefunden. Sie haben sich auf dem Weg aufgelöst, und man befindet erneut am Ausgangspunkt", so Bischof Vargas, der im Mai 2013 von Papst Franziskus zum Bischof von Temuco ernannt worden war. Er verwies zudem darauf, dass ein Dialog die Bedürfnisse der Mapuche für Gespräche aufgreifen müsse. Der Staat tue zu wenig, um hinter den Auseinandersetzungen stehende Themen wie Landrechte, Interkulturalität und eine verfassungsmäßige Anerkennung zu lösen, so Vargas gegenüber dem Portal Cooperativa.

Innen- und Sicherheitsminister Chatwick hatte die Brände als "terroristische Aktionen" bezeichnet. Chatwick und Generalstaatsanwalt Sabas Chahuán übertrugen die Aufklärung der Brände dem Chef der Staatsanwaltschaft von Temuco, Alberto Chifelle. Man werde "hart arbeiten", um die Fälle zu lösen, so der Generalstaatsanwalt gegenüber der Presse. Die Staatsanwaltschaft ermittle im Moment jedoch nicht wegen Terrorismus, sondern wegen möglicher Straftaten im Zusammenhang mit dem Brand und den Brandsätzen.

Weitere Brände

Inzwischen wurden weitere Brände gemeldet, ca. 17.000 Hektar Wald seien den Flammen zum Opfer gefallen, erklärte Präsident Piñera gegenüber Pressevertretern. Die Regierung will nun verstärkt Löschflugzeuge und Hubschrauber zur Brandbekämpfung einsetzen. Erst gestern sei bei Ercilla und Collipulli ein Brand gemeldet worden, der das Landgut Centenario bedrohe, so der Anwalt und Landbesitzer Juan de Dios Fuentes gegenüber Radio Bio Bio. (bh)

 

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