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Bischof Vera prangert Straffreiheit für Verschleppungen an

Raúl Vera, Bischof der Diözese Saltillo im nordmexikanischen Bundesstaat Coahuila, hat die in Mexiko herrschende Straffreiheit scharf kritisiert. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Púlsar sagte der Dominikaner, über die Zahl der in den vergangenen sechs Jahren zu beklagenden Desaparecidos lasse sich nur spekulieren.

Verbrechen oft nicht einmal angezeigt

Die im Zusammenhang mit dem in Mexiko tobenden Drogenkrieg begangenen Verbrechen würden häufig nicht angezeigt, aus Angst der Angehörigen vor Repressalien. Auf der anderen Seite herrsche in der Bevölkerung Misstrauen gegenüber den mexikanischen Behörden aufgrund vereinzelt bekannt gewordener Verbindungen zum organisierten Verbrechen. Offiziellen Angaben zufolge sind seit 2006 in Mexiko 27.000 Menschen verschwunden. Bischof Vera, der für seinen Kampf für die Menschenrechte bekannt ist, glaubt allerdings, dass diese Zahl der wahren Größenordnung des Verbrechens nicht gerecht wird.

Drogenkrieg hat 80.000 Opfer gefordert

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat 249 Fälle dokumentiert und erklärt, in 149 Fällen sei das mexikanische Militär an dem gewaltsamen Verschwinden beteiligt gewesen. Der Krieg gegen den Drogenhandel war 2006 von Mexikos Ex-Präsident Felipe Calderón eröffnet worden und hatte zu einer drastischen Zunahme der Gewalt im Land geführt. Die Strategie, Militär einzusetzen, dort wo die Polizei sich als ineffizient oder durch kriminelle Banden durchsetzt erwies, hinterließ bis jetzt eine Bilanz von mindestens 80.000 Toten. (bs)

Quelle: http://www.agenciapulsar.org/?p=2531