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Bischof Vera: "Grupo M?©xico" will Beweise vernichten

Die Hinterbliebenen des Bergwerk-Unglücks im Bundesstaat Coahuila von vier Jahren haben in Mexiko das Gelände der Elektrizitätsgewerkschaft besetzt, um gegen eine Schließung der Mine zu protestieren. Unterstützung erhalten die Arbeiter von Bischof Raúl Vera López, der mit scharfer Kritik auf die Pläne des Bergbau-Unternehmens "Grupo México" reagierte: Die Schließung der Mine bedeute, "dass die Grupo México ihre Verbrechen verschleiert. Was sie jetzt machen ist nicht nur, die Mine zu schließen, sondern auch alle Beweise zu entsorgen, denn die menschlichen Überreste könnten sprechen", sagte der Bischof von Saltillo der Tageszeitung "Jornada".

Am 19. Februar 2006 ereignete sich in der Kohlemine im Norden von Mexico, im Bundesstaat Coahuila, etwa 150 km von der US-Grenze zu Texas gelegen, ein verheerendes Unglück, das 65 Bergleuten das Leben kostete. Die Ursache blieb nach einem Bericht des Internationalen Metallgewerkschaftsbundes lange unklar. Der Eigentümer der Gruppe, Grupo México, schottete nach Aussagen der Kollegen die betroffenen Familien systematisch von der öffentlichkeit ab. Der Zutritt zur Mine ist stark eingeschränkt. Aussagen von Familienmitgliedern der Unfallopfer reklamieren, dass die Informationen widersprüchlich sind und sie sich durch das Unternehmen eingeschüchtert fühlen. Vertreter des Unternehmens bestehen auf Einzelgesprächen mit den Familien anstelle von gemeinsamen
Gesprächen. Bereits am Vorabend der Explosion soll nach mexikanischen Presseberichten eine hohe Konzentration von Methangas festgestellt wurde. Dies wird durch Interviews mit Minenarbeitern bestätigt. Einzelne Bergarbeiter sollen sich zuerst geweigert haben, in die Grube einzufahren, wurden jedoch massiv mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes unter Druck gesetzt, zumal die meisten von ihnen von Leiharbeitsfirmen und nicht vom Unternehmen selbst beschäftigt werden. 40 der ums Leben gekommenen Bergarbeiter waren Leiharbeiter. (tk)