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Bischof lehnt Orden aus Protest ab

Der Bischof von Limoeiro do Norte im nordöstlichen brasilianischen Bundesstaat Ceará hat die Annahme des nach Dom Hélder Câmara benannten Menschenrechtsordens verweigert. Der Senat in Brasilia verlieh die Auszeichnung am Dienstag im Rahmen einer Sondersitzung an fünf Personen.

Skandalöse Diätenerhöhung

Dom Manuel Edmilson da Cruz begründete seine Ablehnung mit der Diätenerhöhung von 61,8 Prozent, die Brasiliens Kongress in der vergangenen Woche beschlossen hatte. Dies sei nicht akzeptabel, wenn gleichzeitig die Mindestlöhne nur im Schneckentempo wüchsen, sowie angesichts niedriger Renten in Brasilien, so der Bischof. Nun sei zu befürchten, dass auch die Abgeordneten der Parlamente der Bundesstaaten und der Gemeindevertretungen sich zu kräftige Diätenerhöhungen ermuntert fühlen könnten. Rhetorisch richtete Dom Manuel Edmilson da Cruz an die Parlamentarier die Frage, ob sie überhaupt noch an ihre Mitbürger dächten.

Aufruf zur Korrektur

Der verliehene Orden werde der Person von Dom Hélder Câmara nicht gerecht, des größten Sohnes von Ceará. Es handele sich um einen Angriff auf das brasilianische Volk, das mit seiner harten, würdevollen Arbeit zum Wohl aller beitrage. Dom Manuel Edmilson da Cruz erklärte, die Annahme des Ordens käme sogar einem Verstoß gegen die Menschenrechte gleich, für welche dieser offiziell verliehen werde.

Bei der Erhöhung der Abgeordnetendiäten müsse mit Blick auf den Mindestlohn die Proportion gewahrt bleiben. Der Bischof beendete seine Rede mit dem Aufruf an die Politiker, ihren Fehler zu korrigieren. Vor dem Kongressgebäude in Brasilia protestierten Studenten ebenfalls gegen die überzogene Diätenerhöhung. (bs)

Quelle: terra