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Bischof Kräutler kämpft weiter gegen Staudammprojekt

Bischof Erwin Kräutler will weiter gegen das Belo-Monte-Staudammprojekt am Xingu-Fluss im Amazonasurwald kämpfen. In der vergangenen Woche war dem Projekt eine Umweltlizenz erteilt worden, mit der zahlreiche ökologische und soziale Auflagen verbunden sind. Kräutler, Bischof der Prälatur Xingu, sehe jedoch wichtige Fragen immer noch offen, teilte die Brasilianische Bischofskonferenz am Montag auf ihrer Internetseite mit. Kräutler und der von ihm geleitete Indianermissionsrat CIMI prüften derzeit rechtliche Schritte.

Am Montag vergangener Woche hatte Brasiliens Umweltbehörde dem umstrittenen Projekt zugestimmt. Damit ist der Weg frei für die im April geplante öffentliche Ausschreibung des voraussichtlich 20 Milliarden Real (umgerechnet knapp 7,8 Milliarden Euro) teuren Projektes. Neben dem CIMI kündigte auch die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Para, in dem der Bau entstehen soll, eine Klage gegen die Erteilung der Umweltlizenz an.

Der in österreich geborene Bischof Kräutler bemängelte, der betroffenen Bevölkerung sei das Recht auf öffentliche Anhörungen weitgehend verwehrt worden. Statt der vorgesehenen 27 Anhörungen hätten lediglich vier stattgefunden, "und selbst diese in einem autoritären Stil", so Kräutler. Zwar habe Präsident Luiz Inacio Lula da Silva im vergangenen Jahr persönlich zugesagt, das Projekt werde nicht gegen den Willen der Bevölkerung umgesetzt. Jetzt sei die Entscheidung der lokalen Bevölkerung jedoch "in den Hals gestopft" worden.

Der Staudamm soll der Stromerzeugung dienen und 2015 ans Netz gehen. Mit einer Leistung von 11.200 Megawatt wäre Belo Monte nach dem Itaipu-Damm das zweitgrößte Wasserkraftwerk Brasiliens. Bereits in den 1970er Jahren wurde mit der Planung des Projektes begonnen. Durch den Bau des Staudammes würden mehr als 500 Quadratkilometer Landes überflutet, etwa doppelt so viel Land wie die Gesamtfläche von Frankfurt am Main. Viele tausend Menschen, in erster Linie Indianer, müssen umgesiedelt werden.

Quelle: kna