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Bischof fordert Aufklärung des Massakers von San Fernando

Der mexikanische Bischof Faustino Armendariz Jimenez hat eine umfassende und rückhaltlose Aufklärung des Massakers von San Fernando im Bundesstaat Tamaulipas gefordert. In einer Stellungnahme drückte der Oberhirte von Matamoros den Angehörigen seine Anteilnahme aus und rief zu Gebeten auf, um die Schuldigen ausfindig zu machen und zur Rechenschaft zu ziehen. Das Massaker von San Fernando sei ein Verbrechen gegen die Würde des Menschen. "Uns erfüllt es mit großer Traurigkeit zu sehen, wie die Kultur des Todes in unseren Gemeinden Einzug hält."

In der vergangenen Woche war im Bundesstaat Tamaulipas in der Region von San Fernando rund 160 Kilometer südlich der Grenze zum US-Bundesstaat Texas die größte jemals in Mexiko gefundende Ansammlung von Massengräbern entdeckt worden. Die genaue Anzahl der in zahlreichen Massengräbern vergrabenen Leichen lässt sich bislang noch nicht feststellen, die Behörden gehen aber von mehr als 120 Leichen aus.

San Fernando war bereits im August 2010 Schauplatz eines grausamen Verbrechens, als die Leichen von 72 Einwanderern gefunden worden. Nach Erkenntnissen der Behörden waren die aus El Salvador, Honduras, Guatemala, Ecuador und Brasilien stammenden Menschen ermordet worden, weil sie weigerten, als Drogenschmuggler zu arbeiten. Als Verantwortliche für die Morde werden die mexikanischen Drogenkartelle vermutet. (TK)