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Bischöfe richten Anti-Korruptions-Hotline ein

Brasiliens Bischofskonferenz richtet eine Anti-Korruptions-Hotline für die im Oktober stattfindenden Kommunalwahlen im Amazonas-Bundesstaat Para ein. Die Hotline solle "ein Instrument der Demokratie" sein, mit dem die Rechtmäßigkeit der Wahlen garantiert werden solle, zitieren örtliche Onlinemedien den Regionalsekretär der Bischofskonferenz für die östliche Amazonasregion, Flavio Giovenale. Im Amazonas-Bundesstaat Para war es in der Vergangenheit bei Wahlen zu Stimmenkauf und illegaler Wahlwerbung gekommen. Die Initiative der Bischofskonferenz erfolgt in Zusammenarbeit mit den lokalen Wahlbehörden. Die Bischofskonferenz übernimmt den Angaben zufolge die Rekrutierung der Freiwilligen, die die Anrufe entgegennehmen.

Bereits im Zuge der Wahlen 2008 und 2010 hatten die Wahlbehörden eine derartige Hotline eingerichtet, damals mit der lokalen Anwaltskammer als Partner. Allein im Jahr 2010 seien mehr als 300 Verstöße gemeldet worden, heißt es. Ein Vertreter der lokalen Wahlbehörde begrüßte das Engagement der Bischofskonferenz. Die landesweite Präsenz der Kirche stelle einen wichtigen Pluspunkt für die Aktion dar. Ob die Aktion künftig auf ganz Brasilien ausgeweitet werden soll, wurde nicht bekannt.

Die Brasilianische Bischofskonferenz hatte sich in der Vergangenheit bereits für das 2010 in Kraft getretene Gesetz "Saubere Westen" (Lei da Ficha Limpa) engagiert, das korrupte Politiker von einer Zulassung zu Wahlen abhalten soll.

Quelle: KNA